Dienstwagen-Check

Nord-Bischöfe könnten umweltfreundlicher fahren

Kirchenvertreter aus dem Norden setzen auf Diesel. Die Landesbischöfe aus Schwerin und Hannover landen auf den hinteren Plätzen der Umwelt-Untersuchung. Besser macht es ein katholischer Würdenträger.

Foto: Jürgen Fälchle / Fotolia

Berlin. Die obersten Kirchenvertreter in Deutschland fahren nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) fast keine umwelt- und klimafreundlichen Dienstwagen. Wie aus dem aktuellen Dienstwagencheck der DUH hervorgeht, steigen nur zwei von 47 hohen kirchlichen Vertretern für ihren Job in ein Auto, dessen realer CO2-Ausstoß den EU-Flottengrenzwert von 130 Gramm pro Kilometer einhält: Das sind den Angaben zufolge der Hamburger Erzbischof Stefan Heße und Landessuperintendent Dietmar Arends von der Lippischen Landeskirche. Erstmals habe die DUH für die Umfrage den realen CO2-Ausstoß herangezogen – und nicht wie in den Vorjahren die Herstellerangaben.

Die vier besten Plätze in der Kategorie "Kirchenoberhäupter" werden laut Deutscher Umwelthilfe von Fahrzeugen mit Erdgasantrieb belegt. Der VW Golf Variant mit Erdgasbetrieb des Hamburger Erzbischofs Heße führe mit einem realen Cc2-Ausstoß von 123 Gramm pro Kilometer das Ranking an. An zweiter Stelle stehe Landessuperintendent Arends mit einem Audi A3 Sportback g-tron und einem realen CO2-Ausstoß von 130 Gramm.

BMW bevorzugt

Vom katholischen Vertreter abgesehen, schneidet der Norden nicht gut ab: Den klimaschädlichsten Diesel fährt der hannoversche Landesbischof Ralf Meister. Sein Audi Q7 3.0 Diesel Plug-In-Hybrid kommt laut DUH auf einen realen CO2-Ausstoß von 225 Gramm. Nur etwas besser schneidet Nordkirchen-Landesbischof Gerhard Ulrich ab, dessen BMW 730Ld mit 193 Gramm CO2-Ausstoß zu Buche schlägt. Umweltfreundlicher fahren Ulrichs Bischofskollegen Hans-Jürgen Abromeit (BMW 520d xDrive 181 Gramm), Kirsten Fehrs (BMW 220d Gran Tourer, 177 Gramm), Gothart Magaard (BMW 520d, 159 Gramm) und Andreas v. Maltzahn (Golf Sportsvan 1.6 TDI BMT, 152 Gramm).

"Gerade die Kirchen tragen eine gesellschaftliche Verantwortung zur Bewahrung der Schöpfung und sollten entsprechend auch bei der Wahl ihres Dienstwagens eine Vorbildfunktion ausüben", sagte die stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. Es sei "überaus erschreckend", dass viele Kirchenvertreter "noch immer auf Klimakiller" setzten. Zudem sei die Hälfte der Befragen mit einem Diesel-Fahrzeug unterwegs. Die DUH rief die kirchlichen Würdenträger auf, "sich nicht länger von den offiziellen Herstellerangaben blenden zu lassen und stattdessen bei der Wahl ihres Dienstwagens auf saubere, spritsparende, emissionsarme und nicht gesundheitsschädliche Antriebsarten zu setzen".

Lob für Hilfswerke

Lobend äußerte sich die DUH über kirchliche Hilfswerke. So nutzten Caritas-Präsident Peter Neher, der Präsident des Malteser Hilfsdienstes, Georg Khevenhüller, der Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, Frank-Jürgen Weise, sowie Misereor-Vorstandsvorsitzender Monsignore Pirmin Spiegel gar keine Dienstwagen. Die Präsidentin des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung, Cornelia Füllkrug-Weitzel, liege mit einem VW Passat GTE 1.4 TSI Plug-In Hybrid mit einem realen CO2-Ausstoß von 164 Gramm pro Kilometer über den EU-Grenzwerten, aber zugleich im vorderen Feld der Kirchenvertreter.

Zum siebten Mal hatte die Umweltorganisation die Dienstwagen deutscher Kirchenvertreter bewertet. Analysiert wurden die Fahrzeuge von 27 katholischen Bistümern und 20 evangelischen Landeskirchen sowie fünf kirchlichen Hilfsorganisationen. (epd/tt)

Hier gibt's die komplette Übersicht der Untersuchung.

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