Kirchengemeinde plant Surf-Camp in Dänemark

Mit der Bibel in den Urlaub

Es ist eine Premiere: Die Kirchengemeinde Hamburg-Niendorf fährt nach Dänemark zu einem Surfcamp. Neben Wassersport sollen gelegentliche Bibel-Impulse eine Rolle spielen. Sie werden zum Thema der Reise passen.

Mit Surfer-Gruß: Pastor Hendrik Höver und Kantorin Gudrun Fliegner

Mit Surfer-Gruß: Pastor Hendrik Höver und Kantorin Gudrun Fliegner Foto: Frank Strelow

von Friederike Lübke

Niendorf. Zuerst war es nur ein spontaner Einfall: In einer Sitzung musste die Kirchenmusikerin und begeisterte Surferin Gudrun Fliegner ans Meer denken. Und weil sie wusste, dass in der Gemeinde viele ihre Leidenschaft teilen, entstand die Idee, eine Freizeit für Surfer zu veranstalten. In Niendorf gibt es viele Wasssersport-Fans, und so hatten sie und Pastor Hendrik Höver, der sich selbst als begeisterten Wellenreiter bezeichnet, eine gute Basis. 

„Wenn uns das schon so viel Spaß macht, kann es anderen ja auch gefallen“, sagt Gudrun Fliegner. Deshalb bietet die Kirchengemeinde Niendorf nun in diesem Jahr zum ersten Mal ein Surfcamp an. Vom 7. bis 14. September können bis zu 35 Teilnehmer in Dänemark surfen – oder surfen lernen. 

Fliegner hat 2009 ihren ersten Kurs besucht, seit 2013 fährt sie regelmäßig zum Surfen. „Wenn man in Hamburg wohnt, kann man auch nur für einen Tag ans Meer fahren“, sagt sie. Je nach Windrichtung und Wetter zieht es sie an die Ost- oder die Nordsee.

Hoffnung auf gute Wellen

Die Freizeit führt nun an die Nordsee, in den dänischen Ort Hvide Sande. „Das ist einer der besten Orte, die man von Hamburg aus erreichen kann“, sagt Gudrun Fliegner. Sie war in der Gegend bereits zweimal zum Surfen. Von dort könne man sowohl einen Fjord als auch die Nordsee zu Fuß erreichen. Das Wasser wird mit voraussichtlich etwa 18 Grad für die Teilnehmer im Neoprenanzug nicht zu kalt sein. Sie können auch schwimmen gehen oder am Strand Volleyball spielen. Übernachten wird die Gruppe in einem ehemaligen Pastorat.

Wer mitfährt, muss kein Könner sein. Die Teilnehmer müssen sich lediglich vorher entscheiden, ob sie Wind- oder Kite-Surfen möchten. Wellenreiten und Stand-up-Paddeln können sie spontan. Das Wetter im September kann von mild bis stürmisch alles beinhalten, Fliegner hofft auf gute Wellen. 

Das Surfen vergleicht sie mit einer Meditation. Man müsse bei der Sache sein, sonst falle man ins Wasser. Am Abend merke man dann manchmal, dass man den ganzen Tag bei sich war. „Das ist wahnsinnig beglückend“, sagt sie. Auch der Sport in der Natur sei toll, um sich zu erholen. Liederbücher wird die Kirchenmusikerin trotzdem einpacken. In kurzen Impulsen wird sich die Gruppe mit biblischen Texten über Wasser und Strand auseinandersetzen, kündigt Höver an. „Es soll ein niedrigschwelliges Angebot sein, es geht um Spaß und Gemeinschaft“, sagt er. 

Junge Erwachsene angesprochen

Den Zeitraum außerhalb der Schulferien hat man mit Absicht gewählt, um die anzusprechen, die während der Schulzeiten verreisen können: junge Erwachsene und Studenten. Sie werden in der sonstigen Gemeindearbeit leicht übersehen, erklärt Höver. „Wir haben eine umfangreiche Jugendarbeit und viele musikalische Angebote, aber noch keine Freizeit für junge Erwachsene.“ Bewusst habe man den Zeitpunkt so gewählt, dass die Prüfungsphase der Studenten bereits vorbei sei. Außerdem seien im September Preise niedriger, und die Lehrer der Surfschule hätten mehr Zeit, sagt Gudrun Fliegner. 

Eingeladen sind nun alle Interessierten, unabhängig von Gemeindezugehörigkeit und Wohnort. Anmelden sollte man sich am besten bis zum 1. Juni, denn bis dahin muss es 20 Anmeldungen geben, damit die Freizeit stattfinden kann. Für Höver und Fliegner ist es ein Testballon: „Wenn genug mitfahren wollen und am Ende sagen, das war eine schöne Freizeit, könnten wir es noch einmal machen“, sagt Höver.

Info
Das Surf-Camp findet vom 7. bis 14. September in Hvide Sande in Dänemark statt. Die Übernachtung im Gruppenhaus in Årgab kostet im Doppelzimmer 230 Euro, im Einzelzimmer 350 Euro. Die Anreise in Fahrgemeinschaften und die Kosten für Wassersport kommen noch hinzu. Anmelden kann man sich unter surfcamp@kirche-in-niendorf.de

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