Im Gespräch

Kinderbischöfinnen besuchen Amtsschwester Fehrs

Wie wird man eigentlich Bischöfin? Dieses und andere Fragen stellten die Kinderbischöfinnen an Kirsten Fehrs.

Die Kinderbischöfinnen besuchen mit Lehrerin Janina Kahl die Bischöfin Kirsten Fehrs

Die Kinderbischöfinnen besuchen mit Lehrerin Janina Kahl die Bischöfin Kirsten Fehrs Foto: Stephan Wallocha / Das Rauhe Haus

 Hamburg. Die neuen Hamburger Kinderbischöfinnen haben ihren Antrittsbesuch bei Bischöfin Kirsten Fehrs absolviert. Ihre Arbeit steht in diesem Jahr unter dem Motto "Für Vielfalt – gegen Ausgrenzung". Dazu hatten sie die Entwürfe für ihre Postkartenaktion in die Hamburger Bischofskanzlei mitgebracht, mit der sie bei Politikern für mehr Akzeptanz der Vielfalt werben wollen. Bischöfin Fehrs versprach, die Aktion zu unterstützen und selbst Postkarten zu verteilen.

Erstmals sind in diesem Jahr mit Mathilde Mielich, Emma Sciuk und Julia Tavaglione – alle zehn Jahre alt – drei Mädchen im Amt. Sie kommen aus der Klasse 5a der evangelischen Wichernschule in Hamburg-Horn. Am Nikolaustag wurden sie in der Hauptkirche St. Nikolai von Hauptpastor Martin Vetter in ihr Amt eingeführt.

Was die jungen Bischöfe wollen

Als eines der Ziele ihrer Amtszeit haben sich die drei Kinderbischöfinnen gesetzt, Möglichkeiten der Konfliktlösung bekannter zu machen. Dazu zählen die Streitschlichter an ihrer Schule und die Anti-Mobbing-Woche der 5. Klassen, kündigte Julia an. Das große Sport- und Spielfest der Schule sollte wiederholt werden, um sich untereinander besser kennenzulernen. Mathilde gab zu bedenken, dass man auch die Kinder und Jugendliche in den Blick nehmen sollte, die andere mobben. Oftmals seien es Menschen, denen es selbst nicht gut gehe.

Die drei Kinderbischöfinnen nutzten die Chance, ihre erfahrene Amtsschwester ausgiebig zu befragen: Wie wird man Bischöfin? Müssen Sie viel arbeiten? Macht die Arbeit Spaß? Die Arbeitstage seien mit 12 bis 14 Stunden schon sehr lang, räumte die Bischöfin ein. Und wenn schwierige Konflikte gelöst werden müssten, sei es auch sehr anstrengend. Sie arbeite in der Regel auch am Wochenende, weil sie fast jeden Sonntag in einem Gottesdienst predige. Es gebe aber häufig Begegnungen, bei denen sie Interessantes erfahre und Gutes zurückbekomme.

Die Tradition der Hamburger Kinderbischöfe geht auf einen mittelalterlichen Brauch zurück, der in ganz Europa verbreitet war. Seit 1994 werden jedes Jahr Schüler der Wichern-Schule in der Hauptkirche St. Nikolai als Kinderbischöfe eingeführt. Sie setzen sich mit ihren Klassenkameraden für bessere Lebensbedingungen und die Rechte von Kindern in Hamburg ein. (epd)

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