Weltweite Bewewgung gegen Krieg und Gewalt

Gottesdienst der "Frauen in Schwarz"

Sonst sieht man sie schweigend in der Innenstadt stehen, bei diesem Gottesdienst werden sie auch ihre Stimme erheben: Die "Frauen in Schwarz" feiern mit der Gemeinde einen Gottesdienst in der Paul-Gerhardt-Kirche in Bahrenfeld.

Seit 1993 protestieren die Frauen reglmäßig in der Hamburger Innenstadt.

Seit 1993 protestieren die Frauen reglmäßig in der Hamburger Innenstadt. Foto: epd/privat

Von Friederike Lübke

Altona. "Konfliktlösung ohne Gewalt" soll ein zentrales Thema sein, sagt Irmgard Busemann, ebenfalls eine "Frau in Schwarz" und Prädikatin, die den Gottesdienst gestalten wird. Die Predigt wird im Dialog gehalten, außerdem soll das Themenlied zur Ökumenischen Dekade gesungen und das Bekenntnis aus Seoul gesprochen werden, in dem es heißt: "Ich glaube nicht an das Recht des Stärkeren, an die Stärke der Waffen, an die Macht der Unterdrückung."

Weltweite Bewegung gegen Gewalt, Terror, Krieg, Ausbeutung und Ungerechtigkeit

Die Bewegung der Frauen geht auf mehrere Proteste zurück. In Argentinien versammelten sich 1977 auf der Plaza de Mayo vor dem Präsidentenpalast Mütter, deren Kinder während der Militärdiktatur verschwunden waren. Sie forderten Aufklärung und erinnerten an die Opfer. Bis heute umrunden Frauen jeden Donnerstag schweigend den Platz. Die "Mütter der Plaza de Mayo" erkennt man an ihren weißen Kopftüchern. Schwarze Kleidung setzte sich durch, nachdem Frauen in Trauerkleidung in Israel in den Achtzigern und in Serbien in den Neunzigern auf die Straße gegangen waren, um ein Zeichen gegen Krieg und Gewalt zu setzen. Frauen anderer Länder nahmen sie sich zum Vorbild. So entstand eine weltweite Bewegung.

Hamburger Gruppe protestiert seit 1993 auf dem Ida-Ehre-Platz

Die Hamburger Gruppe hat ihre Wurzeln in der kirchlich feministischen Friedensarbeit. Seit 1993 gehen sie gegen Gewalt auf die Straße, anfangs sogar wöchentlich, inzwischen nur noch einmal im Monat. 16 Frauen und ein Mann gehören zu der Gruppe. An jedem ersten Mittwoch im Monat stehen sie ab 16.30 Uhr für etwa eine Stunde auf dem Ida-Ehre-Platz bei der Mönckebergstraße. Dort, mitten in der Innenstadt, halten sie eine Mahnwache gegen Gewalt, Terror, Krieg, Ausbeutung und Ungerechtigkeit. In der Selbstbeschreibung heißt es: "Wir sind lästig, mit der Erinnerung an Tote und Verletzte, an Opfer von Gewalt. Und wir bleiben lästig, weil wir nicht wollen, dass Frauen immer die ersten Opfer in bewaffneten Konflikten sind."

Der Gottesdienst findet am Sonntag, 18. November, um 10 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche, Bei der Paul-Gerhardt-Kirche 2, statt.

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