Katholische Schulen in Hamburg

Erzbistum will mit Genossenschaft kooperieren

Das katholische Erzbistum geht auf die Genossenschaft zu, die die Trägerschaft der von der Schließung bedrohten katholischen Schulen übernehmen will. Schon bald soll über eine Kooperation beraten werden.

Die Domschule St. Marien ist von der Schließung bedroht

Die Domschule St. Marien ist von der Schließung bedroht Foto: Timo Teggatz

Hamburg. Um die Schließung von acht katholischen Schulen in Hamburg zu verhindern, hält das Erzbistum eine gemeinsame Trägerschaft mit der Hamburger Schulgenossenschaft für möglich. "Ich möchte eine langfristige und tragfähige Übernahme gemeinsamer Verantwortung für das katholische Schulwesen in Hamburg erreichen", sagte Erzbischof Stefan Heße. Die Hamburger Schulgenossenschaft, die sich für den Weiterbetrieb der Schulen einsetzt, begrüßte das Angebot. Rund 1.000 Menschen hatten am Sonnabend für den Erhalt der Schulen demonstriert. 

Anfang Mai soll ein Workshop mit Experten veranstaltet werden, um eine Entscheidung für eine tragfähige Kooperation zu entwickeln. Das Erzbistum schlägt vor, dass der Prozess von einer "von beiden Seiten anerkannten katholischen Persönlichkeit" begleitet wird. Entscheiden müssten am Ende aber die verantwortlichen Gremien des Erzbistums, hieß es. Nach den Worten von Generalvikar Ansgar Thim sollen nun die Daten für den Schulbereich mit der Genossenschaft ausgetauscht werden, um rechtliche und strukturelle Fragen zu klären. 

Aus Sicht der Schulgenossenschaft kann der Erhalt aller katholischen Schulen nun konkret angegangen werden. "Die Verabredung eines gemeinsamen Workshops sowie die Zusage der Übergabe der Daten an die Schulgenossenschaft sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", sagte Nikolas Hill, Mitinitiator der Schulgenossenschaft und ehemaliger CDU-Staatsrat. Wichtig sei es nun, zügig die Formen einer möglichen Zusammenarbeit zu verabreden. 

Erzbistum hoch verschuldet

Die Schulgenossenschaft habe eine Zusage des Generalvikars, dass das Erzbistum bis zum Ende des Workshops keine weiteren Fakten schafft, die die betroffenen Schulen belasten, ergänzte Rechtsanwalt Christian Bernzen von der Schulgenossenschaft. Schüler und Eltern müssten schnell wieder für die katholischen Schulen gewonnen werden. Die Schulgenossenschaft gehe weiterhin von der Tragfähigkeit des katholischen Schulsystems aus.

Ende Januar war bekannt geworden, dass das Erzbistum Hamburg bis zu acht seiner 21 katholischen Schulen in Hamburg schließen will. Die Entscheidung sei angesichts einer Verschuldung des Erzbistums von derzeit 79 Millionen Euro unausweichlich, hieß es zur Begründung. 13 Schulen sollen erhalten und "qualitativ hochwertig entwickelt" werden. 

Die Schulgenossenschaft möchte die Trägerschaft aller katholischen Schulen übernehmen und geht davon aus, dass sie wirtschaftlich tragfähig betrieben werden können. Die Schulen sollen weiterhin Teil des kirchlichen Lebens im Erzbistum sein. Die Schulgenossenschaft setzt sich zusammen aus Bürgern, die sich mit den katholischen Schulen verbunden fühlen, sowie mehreren Institutionen. (epd)

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