"SOS - Schüler ohne Schulden"

Diakonie-Projekt will Jugendliche schützen

Auch junge Menschen können in die Schuldenfalle geraten. Dagegen geht die Diakonie Hamburg vor – und warnt vor den größten Gefahren.

Das Handy kann schnell zur Schuldenfalle werden

Das Handy kann schnell zur Schuldenfalle werden Foto: Thomas Lohnes / epd

Hamburg. Mit ihren neuen Planspiel "fit for finance" will die Schuldnerberatung des Diakonischen Werks Hamburg Jugendliche vor Überschuldung bewahren. Das Diakonie-Projekt "SOS – Schüler ohne Schulden", in dem das neue Planspiel genutzt wird, besteht in diesem Herbst zwölf Jahre. Eine Verschuldung für persönliche Anschaffungen gehöre zwar zum Wirtschaftsleben dazu, sagte Catrin Sternberg, Projektleiterin bei der Schuldnerberatung, dem epd. Problematisch sei dagegen eine Überschuldung, wenn die eigenen Einnahmen für eine Rückzahlung der Schulden nicht ausreichten. 

"SOS – Schüler ohne Schulden" wurde als Präventionsprojekt gegründet, damit junge Menschen bewusster mit Geld umgehen können. Damit werde den Jugendlichen vermittelt, ihre eigene Einstellung zum Thema Geld zu hinterfragen, sagte Sternberg. Spielerisch werde den jungen Menschen hier vermittelt, wie sie Abo-Fallen im Internet erkennen und umgehen. 

Nur ein paar Klicks bis zum Vertrag

Rund 1.400 Kinder und Jugendliche hatten sich 2016 an den "SOS"-Workshops in 74 Klassen beteiligt. Meist wurden die kostenlosen Workshops in Stadtteilschulen angeboten. Themen sind Handyverträge, Taschengeld, Haushaltskosten und der Unterschied zwischen festen und variablen Kosten. Sternberg: "Die Schüler sollen auch lernen, wie Verträge geschlossen werden." Entscheidend sei, dass die jungen Teilnehmer untereinander ins Gespräch kommen und sich über das Thema Schulden austauschen.

Größte Gefahr sind nach Einschätzung Sternbergs immer noch die klassischen Internet- und Abo-Fallen. "Allein durch ein paar Klicks können im Netz Verträge abgeschlossen werden." Neu hinzugekommen seien Kosten durch Apps. Insgesamt sei Kommunikation und Freizeit für junge Menschen immer kostspieliger geworden. (epd)

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