"Gewalt kommt nicht in die Tüte"

Bäcker und Bischöfin gegen Gewalt an Frauen

40.000 Brötchentüten mit einer klaren Botschaft werden in den kommenden Wochen in Hamburg verteilt. Die Bischöfin lobt die Aktion.

Heinz Essel, Geschäftsführer der Bäcker-Innung, Sozialstaatsrätin Petra Lotzkat und Bischöfin Kirsten Fehrs (v.l.)

Heinz Essel, Geschäftsführer der Bäcker-Innung, Sozialstaatsrätin Petra Lotzkat und Bischöfin Kirsten Fehrs (v.l.) Foto: Kristina Larek

Hamburg. Bischöfin Kirsten Fehrs, Sozialstaatsrätin Petra Lotzkat und Heinz Essel, Geschäftsführer der Bäcker-Innung, haben im Schanzenviertel vor dem Café Schmidtchen die Aktion "Gewalt kommt nicht in die Tüte" eröffnet. Zum zehnten Mal wollen Frauen-Initiativen gemeinsam mit der Bäcker-Innung ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen setzen. Die Aktion "soll ermutigen, Nein zu sagen", sagte die Staatsrätin. Dazu werden in den kommenden Wochen mehr als 40.000 Brötchentüten mit der Botschaft "Gewalt kommt nicht in die Tüte" verteilt. Sie sind mit Adressen von Hamburger Beratungsstellen des Arbeitskreises gegen Gewalt an Frauen und Mädchen bedruckt. Anlass ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November.

Vielfach seien die Frauen so beschämt, so verängstigt und so wenig ermutigt, etwas für sich zu tun, dass es einen Impuls brauche, betonte Bischöfin Fehrs. Die Aktion sei genial, "weil Betroffene im Alltag alle Informationen bekommen, um sich trauen zu können, Hilfe zu suchen". Es brauche Menschen, die sagen "tu was, geh hin, sag Nein, melde dich", so die Bischöfin. Die Aktion mache außerdem die ganze Gesellschaft darauf aufmerksam, wie viel häusliche Gewalt tatsächlich stattfindet, "unter Umständen nebenan", so Fehrs.

Jede vierte Frau in Deutschland erlebt laut Statistik mindestens einmal im Leben körperliche und sexualisierte Gewalt. Allein in Hamburg meldeten sich nach Angaben der Nordkirche 2017 bei 13 Beratungs- und Schutzeinrichtungen mehr als 5.700 betroffene Frauen und Kinder. (epd)

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