Soziales

"Alimaus" plant Kältebus für Obdachlose

Obdachlose sollen versorgt und in eine Unterkunft gebracht werden. Der Bus könnte schon bald fahren.

Der Berliner Kältebus im Einsatz

Der Berliner Kältebus im Einsatz Foto: Rolf Zöllner / epd

Hamburg. Nachdem auf Hamburgs Straßen in diesem Herbst bereits vier Obdachlose verstorben sind, plant die katholische Sozialeinrichtung "Alimaus" den Einsatz eines Kältebusses nach Berliner Vorbild. Die Mitarbeiter sollten Obdachlose mit warmer Kleidung, Schlafsäcken und Isomatten versorgen, sagte Leiterin Christiane Hartkopf der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Auf Wunsch könne der Bus Obdachlose auch in eine der Notunterkünfte bringen.

Der Bus soll täglich zwischen 19 Uhr und Mitternacht vor allem in der Innenstadt und in Altona unterwegs sein. Über eine Telefonnummer können Bürger Obdachlose melden, die vielleicht gefährdet sind. Derzeit würden noch Spenden für das mobile Hilfsprojekt gesammelt und ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht, so Hartkopf. Mit einem Autohaus liefen Verhandlungen über die Anmietung eines Kleintransporters. "Im günstigsten Fall könnte es bereits in einigen Tagen losgehen."

Stadt lehnt Bus ab

Die vier verstorbenen Obdachlosen waren zwischen Ende Oktober und Ende November entdeckt worden. Mindestens eines der Opfer war an einer Unterkühlung gestorben, wie eine Obduktion ergab. Als Reaktion auf die Funde hatte das Straßenmagazin Hinz&Kunzt die Einrichtung eines städtischen Kältebusses gefordert.

Die Stadt Hamburg lehnt ein solches Projekt ab und verweist stattdessen auf die fast 300 noch freien Plätze in ihrem Winternotprogramm. Insgesamt stehen im Rahmen dieses Programms von Anfang November bis Ende März 760 zusätzliche Übernachtungsplätze für Obdachlose zur Verfügung.

Darüber hinaus ist in der Hansestadt bereits seit 1996 ein Mitternachtsbus der Diakonie unterwegs. Er versorgt derzeit über 100 Obdachlose pro Nacht mit warmen Getränken, Essen und Decken. Anders als der geplante Kältebus bringt er die Straßenbewohner aber nicht in die sozialen Einrichtungen.

Laut einer aktuellen Befragung leben rund 2.000 Obdachlose auf Hamburgs Straßen. Im Jahr 2009 waren es nur halb so viele. (KNA)

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