Weserfestspiele für 2020 geplant

Musik in Kirchen und auf Deichen

Es wird eine Premiere: Vier Wochen lang sollen im kommenden Jahr die Weserfestspiele gefeiert werden – mit Konzerten an ungewöhnliche Orten.

Ein Mann spielt Klavier auf einem Deich. Mehrere Leute schauen zu

Ungewöhnlichen Spielstätten wie hier auf dem Deich sollen die Musiker inspirieren

von Sven Kriszio

Hannover. „Das gab es noch nie in Niedersachsen – ein landeskirchliches Musikfestival, das an vielen Orten stattfindet“, freut sich Ulf Pankoke. Er und seine Kollegin Silke Lindenschmidt von Visionkirchenmusik sind die Organisatoren der Weserfestspiele. Vier Wochen lang, von Kantate bis Pfingsten, soll im kommenden Jahrdie Veranstaltungsreihe dauern und mitten in Niedersachsen entlang der Weser stattfinden. „Wir rechnen mit mindestens 50 Veranstaltungen“, so Pankoke. Eingeladen seien auch die Nachbarn der hannoverschen Landeskirche.

Viele Gespräche mit den Kirchenmusikern, die entlang der Weser zwischen Hannoversch Münden und Bremerhaven ihren Dienst tun, liegen mittlerweile hinter Lindenschmidt und Pankoke. Und immer seien sie mit ihrem Vorhaben auf offene Ohren gestoßen. „Viele sehen die Weserfestspiele als Chance, ihre Arbeit auf großer Bühne vorzustellen“, so Pankoke. „Oder sie wollen endlich etwas umsetzen, wozu sie bisher nicht gekommen sind.“ So seien beispielsweise auch Torfkähne oder Fabrikhallen als ungewöhnliche, aber inspirierende Spielstätten im Gespräch.

Ein Schiff für die Festspiele?

„Mit dem Weserfestival wollen wir unsere Lust und Freude an der Kirchenmusik in ihrer ganzen Breite zum Ausdruck bringen“, so Pankoke weiter. Visionkirchenmusik, das Pankoke und Lindenschmidt leiten, ist für die Musikvermittlung in der Landeskirche zuständig. Die beiden sind Ansprechpartner für Kirchenmusiker, die Unterstüzung für ihre Projekte vor Ort suchen. „Kirchenmusiker sollen Musikvermittlung in ihrer Arbeit berücksichtigen und zum Beispiel Schulen oder Kindergärten in ihre Projekte einbeziehen. Wir helfen mit Beratung.“ Ziel des Festivals sei es ebenso, die Kirchenmusik vor Ort zu stärken und auf die Menschen zuzugehen, die mit ihr bisher wenig anfangen konnten. Natürlich wende sich das Festival auch an alle eingefleischten Fans der Kirchenmusik, so Pankoke.

Anders als bisherige Musik-Veranstaltungen der Landeskirche sollen die Weserfestpiele nicht nur an einem Ort stattfinden, sondern auf einem Korridor von etwa 30 Kilometern links und rechts der Weser. „Es ist das erste flächendeckende kirchenmusikalische Leuchtturmprojekt“, so Pankoke. Eine Struktur sollen die kirchliche Sonn- und Feiertage von Kantate über Rogate und Himmelfahrt bis Pfingsten geben. Offen sei, ob ein Schiff das Festival begleite und jeweils an den Spielstätten vor Anker gehe.

Programm im Entstehen

Die Vielfalt der Kirchenmusik wird sich in zahlreichen unterschiedlichen Formaten widerspiegeln, ist sich Pankoke sicher. „Wir wollen das ganze Spektrum von kleinen unaufwändigen Formaten bis hin zu großen komplexen Projekten zeigen, die musikalisch alle Facetten von Bach über Gospel und Bläser bis Heavy Metal abbilden.“ Zu den Formaten können öffentliche Proben gehören, Orgel- und Glockenführungen. In Betracht kommen Mitsingformate, Projekte mit Schulchören und Bläserklassen, Musikgottesdienste und Stundengebete im Kloster ebenso wie musikalische Klosterführungen, eine „Nacht der Chöre“ oder Projekte im Dialog mit anderen Künstlern.

„Ein Konzert mit einem Chor aller Kirchenmusiker könnte ein Höhepunkt des Weserfestivals werden“, so Pankoke. Das Programm entstehe derzeit. Am 14. Mai soll es im Kloster Amelungsborn und am 15. Mai in der Bunkeranlage Valentin in Bremen aufgeführt werden. „Da ist schon viel im Gespräch. In den kommenden Monaten wird das Mosaik sicher noch viel bunter.“

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