Hamburger Wahrzeichen

Michel startet „Masterplan 2025“

Der Kirchplatz soll umgestaltet werden und ein neues Besucherzentrum erhalten. Zugute kommt der Hauptkirche eine Millionen-Spende.

So soll der Platz vor dem Michel bald aussehen. Das hintere Haus wird umgebaut

So soll der Platz vor dem Michel bald aussehen. Rechts ist das geplante Besucherzentrum zu sehen

Hamburg. Der Hamburger Michel will in den kommenden sechs Jahren seinen Kirchplatz vollständig umgestalten. Zentrales Projekt des „Masterplans 2025“ wird ein neues Besucherzentrum, das künftig auch den Michel-Shop beherbergen soll, kündigte Hauptpastor Alexander Röder an. Baubeginn ist bereits in diesem Herbst, die Fertigstellung soll 2021 erfolgen. Die Finanzierung des Zentrums ist dank einer Großspende der Powalla-Stiftung von drei Millionen Euro gesichert. Insgesamt sind zur Realisierung aller Pläne 7,5 Millionen Euro veranschlagt. Eine Million Euro will die Hauptkirchengemeinde selbst beisteuern, für den Rest wird im Herbst eine Spendenkampagne gestartet.

„Das Herz von Hamburg schlägt am Michel“, sagte Hauptpastor Röder. Daher müsse der Michel dringend auf die ständig steigenden Besucherzahlen in der Stadt reagieren. Mehr als 1,5 Millionen Touristen strömen jährlich in die Hauptkirche. „Wir wollen Menschen zum Verweilen einladen und darum auch den Kirchplatz neu gestalten“, so Röder. Das neue Besucherzentrum soll zu Ehren des Großspenders „Powalla-Forum – Besucherzentrum Sankt Michaelis“ heißen. Das Ehepaar Günter und Lieselotte Powalla hatte bereits die jahrzehntelange und 2009 abgeschlossene Sanierung von St. Michaelis mit Millionen-Summen unterstützt.

Turm soll angestrahlt werden

Rund um den Michel seien Sitzgelegenheiten nötig, auf denen auch die immer mehr werdenden Fuß- und Radtouristen eine Pause einlegen können, sagte Michel-Hauptgeschäftsführer Thorsten Schulze. Zum Konzept gehört auch eine neue Licht-Gestaltung des Platzes sowie des Michel-Turmes, der nachts angestrahlt werden soll. Derzeit wird nur das Kirchenschiff in der Dunkelheit beleuchtet. Auch der Ort, an dem seit 25 Jahren die Michel-Tafeln verlegt werden, soll architektonisch umgestaltet und aufgewertet werden.

Verbessert werden soll auch die Erreichbarkeit des Michel. „Bislang haben wir eine Insel-Lage, umgeben von Straßen“, sagte Röder. Vor allem die sechs- bis achtspurige Ludwig-Erhard-Straße trenne den Michel von der Innenstadt und sei eine Barriere für die Besucherströme. Eine neue Ampelanlage unmittelbar vor der Hauptkirche soll ab 2024 helfen. Gespräche mit städtischen Verkehrs- und Planungsbehörden wurden bereits aufgenommen.

Schlusspunkt des Neukonzepts wird 2025 die Erneuerung der Turmhalle zwischen Haupteingang und Kirchenschiff, die bis dahin von allen touristischen Funktionen befreit sein wird. Dann könnte die Tradition einer „Ehren- und Gedenkhalle“ in moderner Form neu belebt werden, sagte Röder. Insgesamt werde sich der Michel noch stärker als bisher „als geistlicher Ort des Gebets, der Predigt und der Musik präsentieren“, so der Hauptpastor. Als Touristenmagnet habe der neue Kirchplatz die Chance, zu einem der attraktivsten und lebendigsten Plätze der Stadt zu werden. (epd)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren