Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Mehr Gewalttaten gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen kommt in allen sozialen Schichten, Altersgruppen und in allen ethnischen Gruppen vor. Deshalb startet die Bundesfrauenministerin Franziska Giffey die bundesweite Initiative "Stärker als Gewalt".

Aktion von "Terre des Femmes" zum Internationalen Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen" vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Aktion von "Terre des Femmes" zum Internationalen Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen" vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

von epd

Berlin. Mehr als einmal pro Stunde wird statistisch gesehen eine Frau durch ihren Partner gefährlich verletzt. Das geht aus der „Kriminalstatistischen Auswertung zu Partnerschaftsgewalt 2018“ des Bundeskriminalamtes hervor, wie Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ in Berlin mitteilte. Demnach wurden im vergangenen Jahr insgesamt 140.755 Menschen Opfer versuchter und vollendeter Gewalt. Ein Jahr zuvor waren es noch 138.893 Fälle.

Statistik belegt Anstieg von Gewalt gegen Frauen

Mehr als 81 Prozent der Betroffenen waren laut Statistik Frauen. Erhoben wurden Mord und Totschlag, Körperverletzung, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexuelle Übergriffe, Bedrohung, Stalking, Nötigung, Freiheitsberaubung, Zuhälterei und Zwangsprostitution.

Die Ministerin nannte die Zahlen „sehr alarmierend“ und verwies darauf, dass hier nur von einem „Hellfeld“ gesprochen werde. Sie gehe davon aus, dass das Dunkelfeld weitaus größer sei. Denn nicht alle Taten würden zur Anzeige gebracht.

Jede dritte Frau erfährt Gewalt in der Partnerschaft

Insgesamt ist den Angaben zufolge jede dritte Frau mindestens einmal im Leben von Gewalt betroffen. 122 Frauen wurden 2018 laut Statistik durch Partnerschaftsgewalt getötet – damit an jedem dritten Tag eine. 2017 waren es 147.

Gewalt gegen Frauen komme in allen sozialen Schichten und Altersgruppen und in allen ethnischen Gruppen vor, betonte Giffey. Deshalb startet sie die bundesweite Initiative „Stärker als Gewalt“ mit dem Ziel, betroffene Frauen und Männer zu ermutigen, sich Unterstützung zu holen und die Hilfsangebote besser bekannt machen.

Förderprogramm stellt finanzielle Mittel zur Verfügung

Mit dem Förderprogramm „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ will die Ministerin in den nächsten vier Jahren ab 2020 insgesamt 120 Millionen Euro zusätzlich für den Ausbau von Beratungsstellen und Frauenhäusern bereitstellen. Derzeit gebe es in Frauenhäusern knapp 7.000 Plätze, nötig seien 20.000. (epd)

 

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