Organisiert von Diakonie und Hinz&Kunzt

Mahnwache erinnert an verstorbene Obdachlose

Allein seit dem Jahreswechsel sind in der Hamburger Innenstadt fünf Obdachlose gestorben. Die Initiatoren einer Mahnwache haben jetzt eine klare Forderung.

Vor dem Rathaus halten etwa 50 Menschen eine Mahnwache

Hamburg. Rund 50 Personen haben in der Hamburger Innenstadt an den Tod von fünf Obdachlosen seit Silvester erinnert. Mit einer Mahnwache wollten das Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“ und die Diakonie auf das Thema aufmerksam machen und die Forderung nach einer Unterbringung obdachloser Menschen in leerstehenden Hotels unterstreichen. Auf der Reesendammbrücke in Sichtweite des Rathauses, wo zeitgleich die Bürgerschaft tagte, entzündeten die Menschen still und mit Abstand zueinander Kerzen.

Die Hamburger Sozialbehörde wies darauf hin, dass es ausreichend freie Plätze im städtischen Winternotprogramm mit Corona-Schutz gibt. An drei zentralen Standorten würden Übernachtungsplätze mit Duschen und warmen Mahlzeiten zur Verfügung stehen. Alle drei Standorte seien mit Bus-Shuttles erreichbar. Angeboten werde auch eine Beratung vor Ort, um eine Perspektive aus der Obdachlosigkeit heraus zu entwickeln.

„Öffnet jetzt die Hotels!“ steht auf diesem Zettel Foto: Frank Keil

Alle Einrichtungen verfügen nach Angaben der Sozialbehörde über Hygienekonzepte gegen Corona-Infektionen. Für Corona-Infizierte gebe es eine gesonderte Unterbringung. Mehr als 1.000 Übernachtungsplätze stehen nach Behördenangaben derzeit für Obdachlose bereit.

„Erschreckende Zahlen“

„Das bestehende Hilfesystem ist nicht ausreichend“, sagte Michael Edele, Landesleiter der Caritas Hamburg. Es seien erschreckende Zahlen, die deutlich machten, dass in der Stadt etwas geschehen muss. Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen falle es schwer, sich auf diese Unterbringungen einzulassen. „Diese Situation ist seit Jahren bekannt – auch der Hamburger Sozialbehörde.“ Während der Pandemie würden Großunterkünfte erst recht gemieden, so Edele. (epd)

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