Ökumenischer Kirchentag Vorpommern für 2023 geplant

Leuchtturm in der Grenzregion

2020 musste er ausfallen, doch 2023 soll er wieder stattfinden: der Ökumenische Kirchentag Vorpommern, dieses Mal in Pasewalk. Mehrere Kirchen-Promis haben schon zugesagt.

Die Steuerungsgruppe zum Kirchentag hat sich in Pasewalk getroffen

von Anja Goritzka

Pasewalk. Vieles war schon vorbereitet zum Ökumenischen Kirchentag Vorpommern (ÖKT) 2020: Veranstaltungen waren geplant, Einladungen verschickt, Flyer gedruckt. Erstmals sollte dieses große Christentreffen, das alle drei Jahre in Vorpommern stattfindet, nicht in Greifswald oder Stralsund gefeiert werden, sondern in Pasewalk, bewusst am Rand Vorpommerns. „Alle waren optimistisch“, erzählt Gerrit Marx, Leiter der Ökumenischen Arbeitsstelle des Pommerschen Kirchenkreises. Doch die Pandemie-­Maß­nahmen machten ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Aufgeschoben heißt aber nicht aufgegeben: Die Steuerungsgruppe, bestehend aus Christen in Vorpommern, die auch in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zusammenarbeiten, wagt nun einen neuen Anlauf. „Für uns war klar, dass wir die Tradition nicht abreißen lassen wollen“, erzählt Marx. Die Idee hatte sein Vorgänger, Pastor Matthias Tuve, zusammen mit dem katholischen Pfarrer Michael Pietrus. Insgesamt drei dieser regionalen Kirchentage haben seit 2011 stattgefunden.

Gottesdienste und mehr

Am 1. Juli 2023 soll es wieder soweit sein: Tausende Menschen könnten auf dem Pasewalker Marktplatz und in den Kirchen feiern – mit Gottesdiensten, Konzerten, Vorträgen und mehr. „Wie 2020 geplant wollen wir einen Leuchtturm in der deutsch-polnischen Grenzregion schaffen. Wir wollen sagen ‚Hier sind wir als Kirche auch, hier wollen wir zusammen Christus feiern‘.“

Margot Käßmann hat bereits zugesagt Foto: Norbert Neetz / epd

Personell sei die Lage nicht leicht: „Die evangelischen Pastoren in diesem Gebiet haben derzeit drei bis vier Predigtstellen, übernehmen Vakanzen der Nachbargemeinden“, berichtet der Ökumene-Beauftragte. Und auf katholischer Seite seien im Rahmen des Reformprozesses „Wo Glaube Raum gewinnt“ die Pfarrbereiche größer geworden.

Zur Vorbereitung eines solchen Groß­ereignisses sei es darum gut und wichtig, wenn Gemeinden aus Demmin, Stralsund und anderen Orten sagten: Wir helfen bei der Organisation. Auch die polnische Seite wurde angefragt, einige Zusagen seien schon eingetrudelt.

„Lebendiges Programm“

Erste spannende Gäste haben sich auch angekündigt, erzählt Marx: „Seit diesem Jahr dürfen in der polnischen evangelischen Kirche Frauen ordiniert werden. So kommt eine Pastorin, die wir für 2020 noch als Diakonin angefragt hatten.“ Auch Margot Käßmann und Bischof Tilmann Jeremias hätten ihr Kommen zugesagt. „Insgesamt wird es ein lebendiges Programm geben“, meint Marx. „Auch wenn wir in der Planung effektiv sein müssen.“

An Brisanz gewonnen

Weil der Leiter der Ökumenischen Arbeitsstelle auch die Geschäfte des ÖKT Vorpommern führt, ist Gerrit Marx derzeit nicht nur in Gemeinden und Pfarrkonventen unterwegs, sondern wirbt zudem Gelder beim Land und bei regionalen Firmen ein. „Es gibt noch kleinere zweckgebundene Beträge auf dem Konto. Aber die Zuschüsse vom Land zum Beispiel, die für 2020 gedacht waren, sind längst zurückgezahlt worden.“

Marx hofft, dass der ÖKT Vorpommern dann wie in Stralsund und Greifswald über 2000 Menschen anlockt, übrigens unter dem ursprünglich geplanten Motto „Vor dir eine Tür“. „Das hat inhaltlich an Brisanz gewonnen durch den Krieg in Europa und die Pandemie“, findet er, denn in der Offenbarung gehe es ja weiter: „… die niemand mehr verschließen kann.“ So eine Zusage gebe Hoffnung und Perspektive.

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