Religionen

Landesregierung plant Staatsvertrag mit Aleviten

Die Alevitische Gemeinde soll bis 2022 anerkannt werden, hofft die Kieler Regierung. Denn sie teile demokratische Grundwerte.

Eine alevitische Gemeinde führt den Semah, einen rituellen Tanz, auf

Kiel. Die schleswig-holsteinische Landesregierung plant einen Staatsvertrag mit der Alevitischen Gemeinde, so dass sie als Religionsgemeinschaft offiziell anerkannt wird. Ziel sei ein Vertragsabschluss bis 2022, kündigt der religionspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Tobias von der Heide, an. Dabei wolle sich Schleswig-Holstein an vergleichbaren Verträgen in Hamburg, Bremen und Rheinland-Pfalz orientieren. Konkret gehe es um Feiertage, religiöse Einrichtungen und das Zusammenwirken von Land und Religionsgemeinschaft. In den sechs Gemeinden in Kiel, Geesthacht, Wedel/Uetersen, Lübeck und Neumünster leben rund 20.000 Aleviten.

Die Aleviten verstehen sich als eigenständige Religionsgemeinschaft. Die meisten ihrer Mitglieder haben türkische Wurzeln, lehnen aber die fünf Säulen des Islams, darunter die Pilgerfahrt nach Mekka und das Ramadan-Fasten, ab. Frauen und Männer sind gleichgestellt und beten im selben Raum. Vom türkischen Staat werden die Aleviten bis heute diskriminiert. Deutschlandweit leben knapp 500.000 Aleviten in 120 Gemeinden.

Auf dem Boden des Grundgesetzes

Die Aleviten stünden auf dem Boden des Grundgesetzes und teilten die demokratischen Grundwerte, sagte von der Heide. Die Anerkennung als Religionsgemeinschaft sei daher ein sinnvoller und folgerichtiger Schluss. Anliegen der Landesregierung sei es, dass sie einen festen Platz in Schleswig-Holstein haben. Die geplante Vereinbarung sei ein Wegweiser für die Religionsfreiheit und das gleichberechtigte Miteinander der Religionen im Land. (epd)

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