Klimastreik im Norden

Landesbischof Meister ruft Aktivisten zu Hartnäckigkeit auf

Am Freitag sind weltweit erstmals seit Ausbruch der Pandemie wieder Demonstranten für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Auch die Kirchen mischten mit.

"Radfahren ist die Lösung" findet diese Demonstrantin in Hannover

Hannover/Hamburg. Premiere nach langer Zwangspause: Zum ersten Mal nach Ausbruch der Pandemie hat deutschlandweit und auch im Norden die „Fridays for Future“-Bewegung wieder für mehr Klimaschutz demonstriert. Die größten Versammlungen gab es in Hannover und Hamburg.

Der hannoversche Landesbischof Meister den Demonstranten bei einer Kundgebung zu: „Ihr seid die Hoffnungszeichen für eine Welt, die euch so dringend braucht.“ Gegenüber Leugnern und Verschwörungstheoretikern müsse sich „Fridays for Future“ behaupten: „Ihr müsst weiter Menschen im Weg stehen, damit die Ignoranten nicht drumherum kommen, zu erkennen, was ihr erkannt habt.“ In der niedersächsischen Landeshauptstadt blockierten die Demonstranten mittags an acht Standorten teilweise den Cityring. Die Polizei zählte rund 3.000 Teilnehmer.

Luftiger Abstand

In Hamburg erlaubte das Verwaltungsgericht per Eilbeschluss, dass an drei geplanten Demonstrationen am Nachmittag jeweils 3.500 Menschen teilnehmen durften. Die Stadt hatte nur 1.000 Teilnehmer pro Aufzug zulassen wollen. Mit luftigem Abstand zueinander zogen die Demonstranten Richtung Schlusskundgebung am Rödingsmarkt in der City. Auf Transparenten standen Parolen wie „Ärztliche Schweigepflicht gilt für die Umwelt nicht“, „Wir sind jung und brauchen die Welt“ oder „Ich bin so sauer – ich habe sogar ein Schild dabei“.

Mit Maske und Abstand: In Hamburg marschiert Propst Axel Matyba mit Foto: Claudia Ebeling / Nordkirche

Am Berliner Tor fand vor der Demonstration eine Klima-Andacht statt, die das Bündnis „Churches for Future“ organisiert hatte. Mascha Metze (18) und Kaja Klenke (19), die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren, hielten eine Rede. „Wir sollen die Erde bauen und bewahren. Unser Lob der Schöpfung soll sich nicht auf Lippenbekenntnisse beschränken, sondern sich in Handlungen zeigen“, forderten sie.

Demo auf dem Rad

In Oldenburg startete eine erste Demo bereits um 8.30 Uhr am Morgen. An ihr sollten nur Schüler der IGS Flötenteich, der Helene-Lange-Schule und der Cäcilienschule teilnehmen. Die Polizei zählte bei der friedlichen Kundgebung auf dem Schlossplatz rund 200 Teilnehmende. Am Nachmittag fand dort eine Fahrrad-Demo statt.

In allen Aufrufen im Internet mahnten die Organisatoren, die Corona-Regeln mit Abstand und Masken unbedingt einzuhalten. Insgesamt gab es an mehr als 60 Orten im Norden Proteste. Die Vorgaben der Veranstalter wurden laut Polizei stets eingehalten. (epd/tt)

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