Kristina Kühnbaum-Schmidt bei Mahnwache vor Lübecker Synagoge

Landesbischöfin drückt Anschlagsopfern Mitgefühl aus

Die Nordkirche stelle sich gegen jede Form von Antisemitismus und Rechtsextremismus, sagte die Theologin. Auch weitere Kirchenvertreter finden deutliche Worte.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt

Lübeck/Schwerin. Die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, hat nach dem Synagogen-Anschlag von Halle (Sachsen-Anhalt) ihr tiefes Mitgefühl für die Opfer und ihre Angehörigen ausgedrückt. Sie nahm an einer Mahnwache vor der Lübecker Synagoge teil, wie die Nordkirche mitteilte. Sie sei erschüttert über den antisemitisch und rechtsextrem motivierten Anschlag, sagte Kühnbaum-Schmidt in einer vorab verbreiteten Stellungnahme. „Ich denke in Gebet und Fürbitte an die Toten, an die Menschen, die verletzt wurden und an alle Angehörigen.“ Die Nordkirche stelle sich gegen jede Form von Antisemitismus und Rechtsextremismus.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Lübeck, Veranstalterin der Mahnwache, erinnerte an den Anschlag auf die Lübecker Synagoge vor 25 Jahren. Es sei der erste Anschlag auf eine Synagoge in Deutschland seit der Nazi-Diktatur gewesen, heißt es in einer Stellungnahme. „Als Christen und als Deutsche fühlen wir uns aufgerufen, für die Freiheit des Glaubens und für die Sicherheit unserer jüdischen Geschwister einzutreten.“ Antisemitismus sei „Gotteslästerung“.

Forderung nach Polizeischutz

Der Ökumenedirektor der Nordkirche, Christian Wollmann, unterstützt die Forderungen der jüdischen Gemeinden nach verlässlichem Polizeischutz ihrer Synagogen. „Das Muster dieses Anschlags zieht eine Spur von Norwegen über Christchurch bis nach Halle“, sagte Wollmann. Die Kirchen müssten einem gesellschaftlichen Klima entgegenwirken, in dem mörderische Gesinnungen wie die des Attentäters von Halle wachsen können.

Es sei schockierend, dass die jüdische Gottesdienstgemeinde in Halle „den höchsten, ruhigsten und ernstesten jüdischen Feiertag Yom Kippur“ in Todesangst erleben musste, erklärte die Beauftragte für den Christlich-Jüdischen Dialog in der Nordkirche, Pastorin Hanna Lehming. „Es bedeutet, dass Jüdinnen und Juden ihre Religion in Deutschland nicht frei ausüben können.“

In Halle waren während eines Gottesdienstes zum jüdischen Feiertag Jom Kippur in der Nähe der Synagoge zwei Menschen erschossen worden. Der Täter soll versucht haben, in die Synagoge einzudringen, was aber misslang. Am frühen Nachmittag wurde der Verdächtige Stephan B. festgenommen. (epd)

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