Kurt Krömer gibt linearem Fernsehen keine Zukunft

Der Maschinenraum der Titanic ist vollgelaufen, und oben im Tanzsaal spielt noch die Kapelle. So sieht der Comedian lineares Fernsehen im Öffentlichen-Rechtlichen.

Kurt Krömer kritisiert den öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Kurt Krömer kritisiert den öffentlich-rechtlichen RundfunkImago / Stefan Schmidbauer

Der Comedian Kurt Krömer betrachtet lineares Fernsehen in einer öffentlich-rechtlichen Struktur als Auslaufmodell. „Es ist den Menschen nicht mehr möglich, zu einer bestimmten Uhrzeit eine Sendung einzuschalten. Das finde ich traurig“, sagte Krömer dem Spiegel.

Lineares Fernsehen sei ein sinkendes Schiff. „Der Maschinenraum dieser ‚Titanic‘ ist mit Wasser vollgelaufen“, sagte Krömer und führte aus: „Die Handwerker haben schon ein paar Mal oben im Tanzsaal Bescheid gesagt. Dort wird aber noch Champagner getrunken, die Kapelle spielt irgendwas. Die hören nicht, dass das ganze Ding untergeht.“

„Es ist eine Behörde“

Er selbst habe sich in 17 Jahren beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk nie eingeengt gefühlt. „Aber da war immer so eine Angst, die das Arbeitsklima geprägt hat. Niemand will ein Risiko eingehen, der Apparat ist zu groß, in den Gremien sitzen Gremlins“, sagte Krömer: „Es ist eben eine Behörde, da wird nicht ausgeschert.“

Der 48-Jährige hatte im Dezember überraschend seine im RBB-Fernsehen ausgestrahlte Sendereihe „Chez Krömer“ beendet. Es sei an der Zeit für neue künstlerische Abenteuer, sagte er zur Begründung.

Dem Spiegel sagte Krömer: „Ich will jetzt erst mal alles sacken lassen.“ Er mache einen Podcast, ein Bühnenprogramm „und ab Sommer eine Hofpause, Ende offen“.