Online-Petition

Kirchengewerkschaft protestiert gegen weitgehende Kita-Öffnung 

Die Kitas in Niedersachsen gehen in den "eingeschränkten Regelbetrieb".  Die Kirchengewerkswschaft stellt in einer Online-Petition Forderungen.

Kinder in einer Kita (Archivbild)

Hannover. Die Kirchengewerkschaft Niedersachsen hat mit Blick auf die Corona-Öffnungen im Kita-Betrieb eine Online-Petition an Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) gestartet. Sie wurde bislang von rund 3.500 Unterstützern gezeichnet. „Wir haben die Forderungen unserer Mitglieder aus vielen Kitas aufgenommen“, erläutert Initiator und Gewerkschaftschef Werner Massow. In der Petition werden kostenlose Corona-Tests der Kita-Teams, Bereitstellung von Masken und Visieren, keine Neuaufnahmen während der Corona-Krise und eine Teilgruppenbetreuung wie in den Schulen gefordert.

Für die Kitas gilt laut Kultusministerium ab Montag, 22. Juni, ein „eingeschränkter Regelbetrieb“ und damit für jedes Kind ein Angebot. Die Notbetreuung endet. Soweit genehmigte Plätze nicht belegt sind, ist die Neuaufnahme von Kindern zulässig. „Das Ziel aller an der frühkindlichen Bildung Beteiligten muss sein, dass jedes Kind wieder in seine Kita kann“, sagte Tonne.

Infektionsrisiko steigt

„Auch wenn sich Eltern und Kinder freuen, dass die Kitas wieder öffnen, darf darüber nicht der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter in den Kindertagesstätten vernachlässigt werden“, heißt es in der Petition. Doch eine Ausweitung der Notgruppen von bisher höchstens 14 Kinder auf die Regelgruppenstärke von 25 Kindern lasse das Infektionsrisiko beträchtlich steigen. Das Gesundheitskonzept des Kultusministeriums schütze nicht ausreichend: „So riskiert der Minister, dass es zu Neuinfektionen kommt und die Kitas wieder schließen müssen.“

Überdies empfehle Tonne, bei Personalmangel fachfremde Kräfte einzustellen, die lediglich ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen müssten. Das werde zu einer erheblichen Mehrbelastung der Fachkräfte führen. Besonders verwerflich fänden es die Kita-Beschäftigten, dass sogar trotz der weiterbestehenden Infektionsgefahr neue Kinder in die Gruppen aufgenommen werden sollten und Eltern stundenweise mit in die Gruppe kommen könnten. (epd)

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