Gemeinsame evangelische Kirche

Kirchen in Niedersachsen setzen auf enge Zusammenarbeit

Die hannoversche Landeskirche will weiter eng mit den anderen vier evangelischen Kirchen in Niedersachsen kooperieren und möchte die gute Zusammenarbeit weiter vertiefen.

Landesbischof Ralf Meister plädiert für eine gemeinsame evangelische Kirche.

Landesbischof Ralf Meister plädiert für eine gemeinsame evangelische Kirche.

Hannover.  Die hannoversche Landeskirche will weiter eng mit den anderen vier evangelischen Kirchen in Niedersachsen kooperieren. „Es hat sich eine ehrliche und gute Zusammenarbeit entwickelt“, sagte Landesbischof Ralf Meister vor der Landessynode in Hannover.  Skeptisch sehe er allerdings, dass die übrigen Kirchen auf dem Weg zu einer gemeinsamen evangelischen Kirche im Land zögerlich geblieben seien und selbst einen sehr langfristigen Planungsprozess ablehnten.

Die Synode beschloss, zunächst am Konföderationsvertrag festzuhalten, der die Zusammenarbeit regelt. Die Kirchenparlamente der anderen Kirchen hatten sich ebenso dafür ausgesprochen, die Zusammenarbeit in der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Die Kirchen von Braunschweig, Hannover, Oldenburg, Schaumburg-Lippe sowie die Evangelisch-reformierte Kirche hatten sich 2015 verpflichtet, zu prüfen, inwieweit eine erfolgreiche Kooperation gewährleistet sei.

Idee einer Vereinigung stößt auf Widerstand

2014 war die Idee einer gemeinsamen „Evangelischen Kirche in Niedersachsen“ am Widerstand der kleineren Kirchen in Oldenburg, Braunschweig und Schaumburg-Lippe sowie der Evangelisch-reformierten Kirche gescheitert. Die Kirchen formulierten aber den Vertrag über ihre Zusammenarbeit neu. Die gemeinsamen Aufgaben im Gegenüber zum Land Niedersachsen ließen sich gut erfüllen, sagte Meister. Allerdings trage Hannover rund 75 Prozent der Gesamtkosten der Konföderation. Er halte es deshalb für nötig, genau zu gucken, welche weiteren Aufgaben von der Konföderation übernommen werden könnten.

Gemeinsame evangelische Kirche wird so schnell nicht kommen

„In meiner Amtszeit werde ich eine gemeinsame evangelische Kirche in Niedersachsen wohl nicht mehr erleben“, sagte der Landesbischof vor Journalisten und fügte hinzu: „Aber der Herr hat uns schon an vielen Stellen überrascht.“ Er gehe davon aus, dass die kleinen Kirchen in dem Bundesland noch acht bis zehn Jahre lang die nötigen Mittel haben werden, um die bisherigen Strukturen aufrechtzuerhalten.

Themenfelder, in denen die Kirchen der Konföderation kooperieren, sind beispielsweise die evangelische Erwachsenenbildung, der kirchliche Dienst in Polizei und Zoll sowie der Religionsunterricht an öffentlichen und kirchlichen Schulen. Sitz der Geschäftsstelle der Konföderation ist Hannover. Leitendes Organ ist der Rat, dem unter anderen die leitenden Theologen der fünf Kirchen angehören. Vorsitzender des Rates ist zurzeit der hannoversche Landesbischof Ralf Meister. (epd)

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