Gedenken

Kiel bekommt zehn neue Stolpersteine

Mit den Messingplatten wird an Opfer der Nazis erinnert. Schüler haben den Lebensweg der Betroffenen recherchiert.

Stolpersteine werden am letzten frei gewählten Wohnort der Opfer in den Gehweg eingelassen (Symbolbild)

Kiel. In Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel werden am Donnerstag, 14. April, zehn neue Stolpersteine des Künstlers Günter Demnig verlegt, die an jüdische Opfer des Nazi-Regimes erinnern. Bislang wurden in Kiel 215 entsprechende Gedenksteine in Gehwege eingelassen. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und die Landeshauptstadt laden dazu ein, die feierliche Verlegung zu begleiten, kündigte das Pressereferat der Landeshauptstadt an.
Demnig erinnert an Nazi-Opfer, indem er vor ihrem letzten frei gewählten Wohnort zehn Mal zehn Zentimeter große Gedenksteine mit Messingplatten in den Gehweg einlässt. Auf diesen "Stolpersteinen" stehen die Namen und die wichtigsten Lebensdaten der Opfer. Demnig hat seit 1997 mehr als 56.000 Stolpersteine in über 1.000 Städten in Deutschland und in 19 weiteren europäischen Ländern verlegt.

Kieler Schüler beteiligt

Eine Besonderheit des Kieler Projekts ist, dass Schüler den Lebens- und Leidensweg der Opfer recherchierten und ihre Ergebnisse während der Verlegung vortragen. Dieses Mal beteiligen sich Schüler der Max-Planck-Schule, des Gymnasiums Wellingdorf und des Landesförderzentrums für körperliche und motorische Entwicklung. Ihre Texte werden auch in Faltblättern und im Internet unter www.kiel.de/stolpersteine veröffentlicht. (epd)
Info
Ein Stolperstein inklusive Verlegung kostet 120 Euro. Spenden für weitere Stolpersteine können überwiesen werden an die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Schleswig-Holstein e.V.; Förde Sparkasse, IBAN: DE74 2105 0170 0000 3586 01, Stichwort "Stolpersteine".

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