Kerzen gegen die Dunkelheit der Trauer

Die Kapelle am Fliegerhorst Wunstorf hat einen neuen Kerzenständer. Hier beschreibt die Militärpfarrerin, warum er so wichtig ist.

Der Kerzenständer in der Fliegerkapelle

von Alexandra Dierks

Wunstorf. Anfang des Jahres bekamen wir ihn geschenkt, den alten Kerzenständer. Lange schon hatte ich mir so einen für die Fliegerhorstkapelle gewünscht, und hier war er plötzlich: schwarz, voller Spinnweben, etwas angerostet, aber ansonsten intakt. Was mir besonders gefiel: Anders als viele neuere bietet er die Möglichkeit, große Kerzen anzuzünden, und nicht nur Teelichte. Der Kerzenständer wurde aufgearbeitet und neu lackiert. Seit April steht er in der Fliegerhorstkapelle in Wunstorf.

Der erste Akt am Morgen, wenn meine Mitarbeiterin und ich zur Dienststelle kommen, ist der Gang in die Kapelle: Die große Kerze in der Mitte wird entzündet, damit an ihr im Laufe des Tages noch andere entzündet werden können. Für mich ist dieser Moment jedes Mal kostbar, und meist habe ich auch noch Zeit für mein eigenes Morgengebet. Dazu gehört auch immer die Fürbitte für die Menschen hier auf dem Fliegerhorst, und besonders für die, um deren Probleme ich persönlich weiß.

Kapelle ist immer offen

Tagsüber ist die Kapelle immer offen. Alle können kommen, einen Augenblick der Stille genießen und eine Kerze entzünden für jemanden, um den sie sich sorgen. Manchmal tun wir das gemeinsam. Immer steckt darin viel Trost: Licht und Wärme der Kerze zeigen, dass die Dunkelheit von Trauer, Krankheit und Tod nicht alles bestimmen darf. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist das eine Hilfe für uns alle.

Unser Autorin
Alexandra Dierks ist Militärpfarrerin am Standort Wunstorf in Niedersachsen.

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