Gutachten

Keine Rettung für Kirche in Klempenow in Sicht

Der pommersche Kirchenkreis will eine Sanierung nicht unterstützen. Der Boden, auf dem die Kirche steht, hat sich stark verändert.

Die Fachwerkkapelle in Klempenow

Klempenow. Für die Fachwerkkapelle in Klempenow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) scheint es keine Rettung mehr zu geben: Der pommersche Kirchenkreis sieht keine Möglichkeit, die Sanierung des Kirchengebäudes zu unterstützen, wie der Kirchenkreis mitteilt. Ein Gutachten habe ergeben, dass die Kapelle in der Nähe des Flussbetts der Tollense auf einer sogenannten Torflinse steht, die von den aktuellen klimatischen Entwicklungen stark beeinflusst wird.

Die übermäßigen Regenfälle des Jahres 2017, gefolgt von den trockenen Jahren 2018 und 2019, haben starke Veränderungen des Untergrunds bewirkt. „Messungen über längere Zeiträume und aktuelle Baugrunduntersuchungen belegen, dass der Baugrund in Bewegung ist und sich die Kirche setzt und neigt“, heißt es über die im Jahr 1690 errichtete Fachwerkkapelle, die zum Ensemble der historischen Burg Klempenow gehört.

Aufgrund der Messungen soll noch in diesem Herbst der kleine Kirchturm entfernt werden, um das Gebäude zu entlasten. Zusätzlich sind Sicherungsmaßnahmen notwendig. Die Kosten dafür werden auf bis zu 100.000 Euro geschätzt. Damit könnte jedoch nur kurzfristig der Einsturz der Kirche verhindert werden. Um das Gotteshaus dauerhaft zu retten, wären mehrjährige Bauarbeiten erforderlich, die einer ersten Schätzung zufolge mindestens 700.000 Euro kosten würden. Angesichts der hohen Kosten und der baulichen Situation habe der Kirchenkreis der Gemeinde empfohlen, die Kirche aufzugeben, hieß es. (epd)

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