Zwischen Deutschland und Dänemark

Karten sollen Dialog in der Grenzregion fördern

Auf den 32 Karten stehen Fragen und Zitate zum Thema Grenze. Die Sets werden kostenlos an Gemeinden verteilt. Bei der Vorstellung waren prominente Kirchenvertreter dabei.

Prominente Kirchenvertreter haben die Karten vorgestellt

Flensburg. Mit einem Set von Gesprächskarten zum deutsch-dänischen Grenzjubiläum 2020 wollen die evangelischen Kirchen den Austausch zwischen den Menschen in der Grenzregion fördern. Die 32 zweisprachigen Karten, angelehnt an Spielkarten, sind jeweils mit einem Zitat, einem Slogan oder einem Textimpuls zum Thema Grenze versehen. In erster Auflage wurden 3.000 Exemplare gedruckt, die in den kommenden Wochen kostenlos an Gemeinden und Kirchenkreise in der Grenzregion verteilt werden. Bischof Gothart Magaard (Schleswig) und Bischöfin Marianne Christiansen (Hadersleben) haben das Spiel in Flensburg vorgestellt.

„Wo setzt du Grenzen?“, „An welchen Grenzen hast du bisher besonders viel entdeckt?“ und „Was ist eine gute Grenze?“ sind einige Fragen der Spielkarten. Die Pastorin für die Deutsche Gemeinde in Hadersleben, Christa Hansen, erklärte „Es muss eine Grenze geben!“ zu ihrer Lieblingskarte. „Die Frage ist aber, wie wir damit liebevoll umgehen können.“

Lob für deutsches Engagement

Dänische und deutsche Kirchengemeinden könnten gegenseitig viel voneinander lernen, waren sich Pastoren und Bischöfe einig. Bischöfin Christiansen wünschte sich von ihrer dänischen Kirche ein ähnliches sozial-diakonisches Engagement wie es in vielen deutschen Kirchengemeinden üblich sei. Ebenso lobte sie das gesellschaftspolitische Engagement vieler Pastoren in Deutschland, das oft in öffentliche Debatten münde.

So sehen die Gesprächskarten aus Foto: Thorge Rühmann

Bischof Magaard bewundert die Dänen für ihre Sing-Freude in Gottesdiensten. Selbst die Corona-Pandemie halte die Dänen nicht davon ab, alle Strophen ihrer Kirchenlieder zu singen – wenn auch mit einem Zweimeter-Abstand zwischen den Gemeindemitgliedern. Außerdem sind in Dänemark „Spaghetti-Gottesdienste“ üblich, wo die Gemeinde nach dem Gottesdienst gemeinsam zu Mittag isst. Magaard: „Eine tolle Idee, das sollten wir auch tun.“

Schleswig-Holstein unterstand über Jahrhunderte hinweg der dänischen Krone. Nach dem deutsch-dänischen Krieg 1864 musste Dänemark neben Holstein auch das Herzogtum Schleswig mit Sonderburg, Tondern und Röm an Preußen abgeben. Nach der deutschen Niederlage im 1. Weltkrieg wurde im Versailler Vertrag die Abstimmung zum Grenzverlauf beschlossen. Rund 180.000 Menschen beteiligten sich 1920 an den Abstimmungen. „Nordschleswig“ mit Hadersleben, Apenrade und Tondern kam zu Dänemark, „Südschleswig“ zwischen Sylt, Eiderstedt und Eckernförde blieb deutsch. Die geplanten Veranstaltungen zum Grenzjubiläum wurden wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben. (epd)

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