Gemeinschaft auf Zeit

Jugendliche können Klosterleben auf Zeit in Bursfelde kennenlernen

Neun Monate lang sollen junge Leute das Leben im Kloster studieren. Vor Ort sind sie aber nur zu vier Seminaren.

Das Kloster Bursfelde

Bursfelde/Kr. Göttingen. Im evangelischen Kloster Bursfelde an der Weser können zwölf junge Leute für ein Dreivierteljahr eine Gemeinschaft auf Zeit bilden. Menschen zwischen 18 und 27 Jahren seien eingeladen, sich gemeinsam auf die Suche nach der eigenen Spiritualität zu begeben, teilt das Haus kirchlicher Dienste der hannoverschen Landeskirche mit. Sie sollen sich dabei vom klösterlichen Leben der Benediktinermönche inspirieren lassen, die viele Jahrhunderte im Kloster Bursfelde gelebt haben. Das Klosterprojekt beginnt Ende Juli, vor Ort im Kloster sind die jungen Leute aber nur zu kurzen Präsenzterminen.

Das klösterliche „Ora et labora et lege – beten und arbeiten und lesen (lernen)“ werde wie ein roter Faden das Programm mitbestimmen, sagte Klaas Grensemann, Referent im Kloster Bursfelde. Der Diakon hat zusammen mit seinem Team von Ehrenamtlichen das Klosterprojekt entwickelt.

Im schlichten Gewand

Innerhalb von neun Monaten sollen die jungen Frauen und Männer vier Mal zu einer Kurseinheit in Bursfelde zusammenkommen. Wenn sie zum Gebet gehen, tragen sie eine graue Albe, ein weit geschnittenes schlichtes Gewand. In der Zwischenzeit bleiben sie über die sozialen Medien oder in regionalen Kleingruppen in Kontakt.

Bei den vier Präsenzterminen, die über mehrere Tage gehen, gehe es um Themen der Gemeinschaft und Spiritualität, um das Christsein im Alltag und natürlich auch um das benediktinische Leben, heißt es. Einige Teilnehmer für das Projekt stehen bereits fest. Es gibt aber auch noch freie Plätze, für die sich Interessierte bewerben können.

Das Kloster Bursfelde wurde 1093 als Benediktiner-Abtei gegründet. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde es evangelisch. Bis 1672 lebten dort Mönche. 1971 fanden in der noch stark verfallenen Klosterkirche erste Sommerkonzerte statt, die Klosterkammer Hannover ließ das Gebäude in den folgenden Jahren aufwendig sanieren. 1978 wurde das Kloster an der Weser zum Tagungshaus, das sich seit über zehn Jahren in Trägerschaft der hannoverschen Landeskirche befindet. (epd)

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