Hamburger Seemannsmission

In diesem Zirkuswagen werden Kreuzfahrt-Crews betreut

Einen Plausch halten, Süßigkeiten kaufen oder das Wlan nutzen: In einem Zirkuswagen heißt die Seemannsmission in der Hafencity Seeleute von Kreuzfahrtschiffen willkommen.

Seemannsdiakon Olaf Schröder grüßt aus dem neuen Zirkuswagen

Hamburg. Kreuzfahrt-Crews, die in Hamburg Station machen, finden künftig Unterstützung und Beratung in einem Zirkuswagen. Die Hamburger Seemannsmission hat am Baakenhöft in der östlichen Hafencity ihre neue Seafarers‘ Lounge eröffnet. Anlass war die Ankunft der „Hanseatic Nature“. Der Zirkuswagen ist aus Holz gefertigt und bietet einen Blick direkt auf die Elbe. Die Kosten in Höhe von 56.000 Euro wurden von der Transport-Gewerkschaft ITF und dem Hamburger Spendenparlament aufgebracht.

Mit ihren günstigen Angeboten versorgt die Seafarers‘ Lounge die Crews der Kreuzfahrtschiffe, die sonst kaum Möglichkeiten für einen längeren Landgang haben. Angeboten werden hier unter anderem asiatische Nudelsuppen, Garnelenchips, Schweinekrusten, Hygieneartikel und Süßigkeiten. Für die bei Seeleuten so beliebte Schokolade ist es derzeit noch zu warm. Dank einer Wlan-Box können Frauen und Männer der Schiffscrew gratis mit ihren Familien telefonieren oder skypen.

Holz für Seeleute ungewohnt

Eine Unterkunft aus Holz sei für Seeleute völlig ungewohnt, weil moderne Schiffe aus Metall gefertigt sind, sagte Seemannsdiakon Olaf Schröder (49), kommissarischer Leiter der Lounge. Seelsorgerliche Gespräche würden sich meist beim Einkauf ergeben. „Geldüberweisungen sind ein guter Anknüpfungspunkt.“ Häufig gehe es dabei um die Versorgung der Familie.

Cafégarten in Planung

Geöffnet ist die Seafarer’s Lounge nur, wenn Kreuzfahrtschiffe am Cruise Center Baakenhöft festmachen. Wie viele es in diesem Jahr sein werden, sei noch nicht absehbar, so Schröder. Ebenfalls geöffnet ist bereits die Seafarers‘ Lounge am Cruise Center Steinwerder, während die Lounge in Altona noch geschlossen ist. Das Büro ist im Seemannsclub Duckdalben.

Die meisten Crewmitglieder stammen von den Philippinen, doch auch viele Indonesier und Inder sind dabei. Wegen der Hygiene-Regeln können aktuell nur zwei Seeleute gleichzeitig einkaufen, Gespräche werden derzeit eher draußen geführt. Hinter dem Zirkuswagen soll noch ein kleiner Cafégarten mit Blick auf die Elbe entstehen, damit die Crewmitglieder sich auch mal unbeobachtet von den Kreuzfahrt-Passagieren bewegen können. Im vergangenen regulären Kreuzfahrt-Jahr 2019 kamen etwa 30.000 Seeleute nach Hamburg. (epd)

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