Corona

Hotel-Aufenthalt für Hamburger Obdachlose verlängert

Dank einer neuen Spende können Menschen ohne Obdach nun bis Mitte Juni in Hotels unterkommen. Ein Betroffener hat in seinem Hotel sogar einen Job bekommen.

Ein Obdachloser mit einem Getränk (Archivbild)

Hamburg. Der Hotel-Aufenthalt von rund 180 Hamburger Obdachlosen kann dank einer neuen Firmenspende bis Mitte Juni verlängert werden. Die Belegschaft der „Reemtsma Cigarettenfabriken“ sammelte weitere 25.000 Euro für das Corona-Hilfsprojekt, das Unternehmen verdoppelte die Summe auf 50.000 Euro, wie Reemtsma mitteilte. Anfang April hatte die Firma bereits 300.000 Euro für die Einzelunterbringung Obdachloser in Hamburger Hotels zur Verfügung gestellt.

Die neue Spende gehe in vollem Umfang an den Partner Alimaus, hieß es. Die katholische Hilfseinrichtung werde mit Hilfe des Diakonischen Werks Hamburg die weitere Hotel-Unterbringung von derzeit rund 120 Menschen bis mindestens Mitte Juni 2020 organisieren. Über das Straßenmagazin „Hinz&Kunzt“ sind zusätzlich mehr als 50 Obdachlose bis Ende Juni untergebracht.

Krise längst nicht zu Ende

Die Corona-Krise sei längst noch nicht überwunden, sagte Reemtsma-Sprecher Michael Kaib. Gerade die Abstands- und Hygieneregeln würden unverändert gelten. Menschen ohne Obdach seien deshalb nach wie vor besonders gefährdet. „Sie verdienen weiter die volle Unterstützung von uns und unseren Projektpartnern“, sagte er.

Kai Greve von Alimaus zeigte sich überwältigt von der neuen Spende. Er verwies auf das Beispiel des Hoteliers Michael Funk von my-bed.eu: Der habe einen der Untergebrachten zunächst in ein Probearbeitsverhältnis und inzwischen in ein unbefristetes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis übernommen.

Auch Diakonie-Chef Dirk Ahrens dankte für die erneute Spende. Damit lasse sich der dringend nötige Schutz von wohnungslosen Menschen vor dem Corona-Virus weiterführen. Das Zusammenspiel von Straßensozialarbeit und engagierten Hoteliers mache die dezentrale Unterbringung zu einem Erfolgsmodell: „Es schützt erfolgreich vor Corona, ist kosteneffizient und stabilisiert zusätzlich die Menschen.“(epd)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren