Schleswig-Flensburg

Hier wirbt die Kirche im Kino für die Gemeinderatswahlen

Sieben Mitglieder von Gemeinderäten erzählen in dem Spot, warum sie das Ehrenamt im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg übernommen haben. Hier gibt's das Video.

Birgit Hinsche wirbt in dem Spot für die Gemeinderatswahlen

von Ilka Thomsen

   

Diese fünfminütige Version zeigt der Kirchenkreis im Internet
Flensburg. Zum feierlich gesungenen „Hal – leee – lu – jaaah“ fliegen die Worte „Mitreden. Mitgestalten. Mitentscheiden“ auf die Leinwand, gefolgt von dem Aufruf: „Kandidiere jetzt für den Kirchengemeinderat“. Mit einem 40-sekündigen Kino-Spot hat der Kirchenkreis Schleswig-Flensburg Werbung für die Wahlen am 1. Advent gemacht.
„Wir haben in sieben Gemeinden gedreht“, erzählt Anja Pfaff, die im Kirchenkreis für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Sie hatte die Idee zu dem Film. Aus den fast 700 Kirchengemeinderatsmitgliedern, die sich im Kreis Schleswig-Flensburg und in der Stadt Flensburg engagieren, wurden sieben Ehrenamtliche ausgewählt: Ältere, jüngere, Männer ebenso wie Frauen. Entstanden ist dabei ein fünfeinhalbminütiger Spot mit Kurzporträts, in denen die sieben erzählen, was sie antreibt.

Kino zeigt kurze Version

„Ich habe sehr viel für mein Leben gelernt. Kirche nimmt nicht nur, Kirche gibt auch“, sagt etwa Rainer Hanf, der sich im Kirchengemeinderat von St. Marien Flensburg engagiert. „Die ehrenamtliche Tätigkeit gefällt mir so gut, weil mich das einfach bereichert und fröhlich macht. Man kann Gemeinde gestalten, man kann mit anpacken“, sagt Till Pfaff vom Kirchengemeinderat Haddeby­. Henning Lüthke, der inzwischen Synodenpräses im Kirchenkreis ist, wird im Schleswiger Weltladen gezeigt. Er stellt die vielfältigen Möglichkeiten heraus, die eine Mitarbeit im Kirchengemeinderat bietet. Und Birgit Hinsche übernimmt als Vorsitzende des Kirchengemeinderats Steinberg Verantwortung für das lebendige Leben ihrer Kirchengemeinde. Sie findet: „Es macht unendlich viel Spaß.“
Aus dem Film unter dem Titel „Ich bin dabei“ wurde eine kürzere Kino-Version geschnitten, die jetzt fünf Wochen lang in den Lichtspielhäusern in Kappeln und Schleswig sowie im 51-Stufen-Kino in Flensburg im Vorprogramm gelaufen ist.
Ein bisschen komisch sei es schon, sich selbst im Film zu sehen, sagt Birgit Hinsche. Sie habe aber viele wohlwollende Rückmeldungen bekommen. „Viele fanden es sehr mutig“, berichtet sie. Und tatsächlich hatte sie auch zunächst überlegen müssen, ob sie bei dem Dreh mitmachen will. „Aber ich denke, es trauen sich viel zu wenig Menschen, öffentlich zu ihrem Glauben zu stehen“, befand sie und sagte zu. Ungeschönt berichtet sie in dem Film von langen Sitzungen und vielen Listen, die geschrieben, und Gesprächen, die geführt werden müssen. Was nicht gezeigt wird: Ihr Einsatz als Küchenleitung beim Konfi-Camp Neukirchen. „Das ist mein ,Leckerli‘“, sagt sie, „von diesen drei Wochen zehre ich das ganze Jahr. Es ist einfach schön, zu erleben, wie viele tolle junge Leute wir auch in der Kirche haben.“ Aber das sei eben nicht die normale Arbeit im Kirchengemeinderat.

Darsteller kandidieren wieder

Birgit Hinsche würde sich wieder vor die Kamera stellen. „Wenn ich etwas dazu beitragen kann, dass Leute sich angesprochen fühlen, sich mit ihrer Arbeitskraft in unserem Gemeindeleben einzubringen, dann tue ich das gerne.“ Und genau wie die anderen im Spot vorgestellten Kirchengemeinderatsmitglieder wird auch sie wieder kandidieren: „Ich möchte lieber den Weg mit vorgeben, als nur hinterherzuschwimmen“, sagt sie, obwohl oder gerade weil große Veränderungsprozesse bevorstehen. Sie weiß, worauf sie sich einlässt. Neuen Interessenten empfiehlt der Kino-Spot: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die ausliegenden Broschüren oder sprechen Sie Ihren Pastor oder Ihre Pastorin an.“
Diese kurze Version wurde fürs Kino produziert

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