Synode der oldenburgischen Kirche

Gut durch die Corona-Krise

Die Kirche bleibe handlungsfähig, sagte Synodenpräsidentin Sabine Blütchen. Allerdings hat das Kirchenparlament einen Nachtragshaushalt beschlossen und leidet auch unter der Wirecard-Insolvenz.

Die Synode tagt in der Oldenburger St. Johanneskirche

von Jörg Nielsen

Oldenburg. Mit Abstand und auf Kirchenbänken hat die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg erstmals unter Corona-Bedingungen getagt. Die 60 Delegierten beschlossen in der Oldenburger St. Johanneskirche einen Nachtragshaushalt und machten den Weg frei, um bei einem erneuten Lockdown künftig auch digital im Internet als Kirchenparlament entscheiden zu können. Bischof Thomas Adomeit mahnte, bei allen Einschränkungen und Erschwernissen nicht die Not der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer und in den Flüchtlingslagern zu vergessen.

Die Corona-bedingten Einbußen bei der Kirchensteuer von 4,75 Millionen Euro machten eine Korrektur des Etats notwendig, erläuterte Oberkirchenrätin Susanne Teichmanis. Der neue Haushalt hat nun ein Volumen von 95,1 Millionen Euro statt geplanter knapp 96,9 Million Euro. Um den Einbruch bei den Kirchensteuern aufzufangen, nimmt die Kirche aus ihren Rücklagen rund 3,48 Millionen Euro.

Schaden durch Wirecard-Pleite

Hinzu kämen Corona-bedingt weniger Einnahmen aus Geldanlagen und Aktien. Außerdem muss die Kirche Wertverlust durch Aktien von Wirecard verkraften: Nach der Insolvenz des Zahlungsdienstleisters seien die Wertpapiere unverkäuflich geworden. Der oldenburgischen Kirche sei dadurch ein Schaden von 355.000 Euro entstanden.

Bischof Thomas Adomeit Foto: ELKiO/Dirk-Michael Grötzsch

In seinem Bericht mahnte Bischof Thomas Adomeit Hilfen für die Flüchtlinge im Mittelmeer an. Dass „weiter Menschen auf dem Mittelmeer ertrinken oder, wenn sie es denn übers Meer schaffen, im Auftrag Europas in den Lagern auf den griechischen Inseln zusammengepfercht werden, ist menschenverachtend und gottesverachtend“.

Adomeit unterstrich, die Rettung von Menschen in Seenot bleibe „eine nicht verhandelbare Verpflichtung“. Zusammen mit anderen leitenden Theologen habe er Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) aufgefordert, die Angebote von deutschen Bundesländern und Kommunen anzunehmen, Geflüchtete aus den griechischen Lagern aufzunehmen.

„Bleiben wir achtsam!“

Der Bischof dankte den Akteuren in Kirche, Politik und dem Gesundheitswesen für ihr Handeln in der Pandemie. Deutschland sei bisher mit vergleichsweise wenigen Toten und ohne überfüllte Intensivstationen durch diese Krise gekommen. „Bleiben wir bitte achtsam, auch bei unseren Forderungen nach Rücknahme der Maßnahmen, die Leben gerettet haben.“

Mit einer Schweigeminute gedachten die 60 Synodalen der bisherigen Opfer der Corona-Pandemie. Die Krankheit habe die Welt und auch die Kirche verändert, sagte Adomeit. Ein Zurück zu der alten Normalität werde es nicht geben. (epd)

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