Maßnahmen gegen Corona-Pandemie beschlossen

Gottesdienste bleiben bundesweit erlaubt

Trotz der kommenden harten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie werden Gottesdienste nicht verboten. Das haben Bund und Länder am Mittwochabend beschlossen.

Mit Maske und Abstand dürfen weiter Gottesdienste gefeiert werden

von KNA/epd/tt

Berlin. Bund und Länder planen offenbar keine Verschärfungen von Corona-Bestimmungen für Gottesdienste. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Mittwochabend: „Wir haben zu den Gottesdiensten keine Verschärfungen gemacht, weisen aber darauf hin, dass unbedingt die Hygieneregeln eingehalten werden müssen.“ Es sei nicht als angemessen erschienen, hier die Regeln zu verschärfen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verwies darauf, dass Religions- und Versammlungsfreiheit besonders sensible und wichtige Grundrechte seien.

Die Landesbischöfin der Nordkirche, Kristina Kühnbaum-Schmidt, begrüßt den Beschluss. „Gottesdienste als Stärkung auf dem Weg durch das Leben – getragen von Gottes Liebe. Gerade jetzt brauchen wir sie“, schreibt sie auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Mit bewährten Hygienekonzepten könnten sie weiterhin stattfinden.

Orte des stillen Gebets

Die Gemeinden der Landeskirche Hannovers sollen in den kommenden Tagen aktualisierte Handlungsempfehlungen erhalten, wie die Landeskirche auf ihrer Internetseite schreibt. Priorität hätten die Aufrechterhaltung der Gottesdienste und Kasualien, der Zugang für Seelsorger zu älteren, einsamen und kranken Menschen sowie Begegnungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendlichen mit Gleichaltrigen. . „Auch bleiben viele Kirchen als Orte des stillen Gebets geöffnet, um Menschen gerade in dieser Situation einen Raum der seelischen Stärkung zu eröffnen“, sagte der Sprecher der hannoverschen Landeskirche, Benjamin Simon-Hinkelmann.

Die Kirchengemeinden der Oldenburger Kirche hätten „mit aller Vorsicht“ Hygienekonzepte entwickelt, betonte der Sprecher Dirk-Michael Grötzsch. Die oldenburgische Kirche wolle auch mit Blick auf den Reformationstag an diesem Sonnabend weitgehend an geplanten Gottesdiensten festhalten. Zum Beispiel wollen die Kirchen im Oldenburger Land einen zentralen ökumenischen Gottesdienst feiern. Allerdings hätten einzelne Gemeinden Konzerte abgesagt.

Drastische Einschränkungen

Darüber hinaus wird es ab kommenden Montag erneut drastische Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens geben. Bund und Länder haben ein Paket mit Maßnahmen beschlossen, die denen im Frühjahr ähneln. Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sollen schließen. Den Bürgern werden Kontaktbeschränkungen auferlegt. Es sei „ein schwerer Tag“, weil alle wüssten, „was wir den Menschen zumuten“, sagte Merkel nach den Beratungen. Schulen und Kindertagesstätten sowie der Einzelhandel sollen diesmal aber geöffnet bleiben.


Jetzt müsse gehandelt werden, um eine „akute nationale Gesundheitsnotlage“ zu vermeiden, zitierte Merkel aus dem Beschlusspapier. Die Kurve der Infektionszahlen müsse wieder abflachen.

Die Maßnahmen sollen den ganzen Monat Bestand haben. In der Zeit dürfen nur noch Angehörige des eigenen Hausstandes und eines weiteren privat oder in der Öffentlichkeit zusammenkommen, maximal aber zehn Personen. Auf nicht unbedingt notwendige Reisen soll verzichtet werden. Übernachtungen würden nur noch für notwendige und nicht für touristische Aufenthalte angeboten. (KNA/epd/tt)

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