Gegen Atommüll

Gorlebener Gebet startet nach Corona-Pause neu

30 Jahre lang hat die Veranstaltung ohne Pause stattgefunden – bis Corona kam. Jetzt soll wieder vor Atomkraft gewarnt werden.

Der frühere Lüneburger Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen vor Zuhörern mitten im Wald beim "Gorlebener Gebet"

Im Wald wird gebetet (Archivbild)

Gorleben/ Kr. Lüchow-Dannenberg. Die ökumenische Initiative „Gorlebener Gebet“ nimmt an diesem Sonntag um 14 Uhr ihre traditionsreichen Andachten im Gorlebener Wald wieder auf. Seit Mitte März waren die „Gorlebener Gebete“ wegen der Corona-Krise erstmals seit 30 Jahren abgesagt worden. Bei den neu beginnenden wöchentlichen Andachten im Freien müssten Hygienemaßnahmen wie das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes und ein Mindestabstand von anderthalb Metern zu anderen eingehalten werden, sagt Koordinatorin Christa Kuhl.

Beim „Gorlebener Gebet“ mahnen die Teilnehmer mit Liedern, Redebeiträgen und Gebeten einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Schöpfung und konkret mit Atommüll an. Anlass für die Gründung der Initiative waren die Pläne für ein nukleares „Entsorgungszentrum“ in Gorleben. Bis heute gab es rund 1.800 Veranstaltungen.

Ein Kreuz im Wald bei Gorleben Foto: Karen Miether / epd

Während der Corona-Zwangspause hatte die Initiative angeregt, jeden Sonntag um 14 Uhr zu Hause ein Gebet zu halten. Ganz leer war der Platz an den Kreuzen im Wald nach Angaben der Initiative an keinem Sonntag.

Protestmarsch als Auslöser

Den Anstoß für das „Gorlebener Gebet“ gab 1988 ein großer Protestmarsch gegen Atomkraft über mehr als 1.000 Kilometer vom bayrischen Wackersdorf bis nach Gorleben. 63 Tage lang hatten Demonstranten ein schweres Holzkreuz mit sich geschleppt, das sie am Schluss in den Gorlebener Waldboden rammten. Zu einem festen Termin im wendländischen Protestkalender wurden die Gebete dann im Frühsommer des folgenden Jahres. Inzwischen stehen an dem Gebetsort mehrere Kreuze. (epd)

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