Militärseelsorge im abgeschiedenen Bramstedtlund

Gern gesehener Besuch

Abgeschieden und ohne nennenswerte Infrastruktur liegt die Aufklärungsstellung Bramstedtlund. 400 Mitarbeitende sind dort rund um die Uhr im Einsatz. Einmal in der Woche bekommen sie Besuch von der Militärseelsorge.

Das Antennenfeld der Aufklärungsstellung Bramstedtlund

von Heike Radtke

Wer von der Südtondern-Kaserne in Stadum bei Leck nach Norden fährt, der bekommt leicht das Gefühl, sich dem Ende der Welt zu nähern. Die Ortschaften, umgeben von Feldern, werden immer weniger. Und dann, nach etwa 20 Kilometern, taucht kurz vor der dänischen Grenze, ein merkwürdiges Gebilde auf. Was auf den ersten Blick an Landart erinnern mag, entpuppt sich als ein Antennenfeld mit einem Durchmesser von etwa 400 Metern. Beim Näherkommen entdeckt man in einiger Entfernung ein paar unscheinbare Gebäude und Container. Das alles ist die Aufklärungsstellung Bram­stedtlund, die man als Herzstück des Bataillons Elektronische Kampfführung 911 bezeichnen könnte.

Seit mehr als 25 Jahren verrichten dort gut 400 militärische und zivile Mitarbeitende ihren Dienst – und zwar rund um die Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen. Ihre Arbeitsplätze befinden sich in einem Hochsicherheitsbereich, der nur nach einer entsprechenden Sicherheitsüberprüfung und einem strengen Kontrollverfahren betreten werden darf. Ihr Auftrag besteht in der fernmeldeelektronischen Aufklärung. In dem Vierteljahrhundert des Bestehens dieser Anlage sind die Aufgaben und die Zahl der dort Beschäftigten stetig gewachsen, sodass ein schon lang geplanter Erweiterungsbau und die Modernisierung der Gebäude hoffentlich bald in Angriff genommen werden.

Schwierige Arbeitsbedingungen

Für die Beschäftigten sind die Arbeitsbedingungen aber auch dadurch erschwert, dass es in und um den abgeschiedenen Standort keine Infrastruktur wie eine Kantine gibt und leicht das Gefühl entsteht, „nicht richtig dazuzugehören“. Umso mehr freut man sich dort über die wöchentlichen Besuche der Militärseelsorge, die eine Verbindung beider Bataillonsstandorte schafft. Sie bieten Gelegenheit, sich über manche Sorgen und Nöte auszutauschen und auch die kleinen Naschereien, die dabei nicht fehlen dürfen, werden in der Regel nicht verschmäht.

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