Wegen Corona verspätet

Gedenkfeier erinnert an Todesmarsch in Kiel

Im April 1945 wurden fast 800 Häftlinge aus Hamburg nach Kiel getrieben. Als Erinnerung erklingt nun auch ein Oratorium.

Kiel. Mit einer Gedenkfeier wird am Sonntag, 12. September, an den Todesmarsch von Hamburg nach Kiel im April 1945 erinnert. Die Kieler Bildungsministerin Karin Prien (CDU) wird um 11 Uhr am ehemaligen „Arbeitserziehungslagers Nordmark“ in Kiel-Russee eine Ansprache halten, teilte der Schleswig-Holsteinische Heimatbund am Donnerstag mit. Auch Beiträge von Nachfahren von Marschteilnehmern sind geplant. In der Winkelscheune des Freilichtmuseums Molfsee wird um 15 Uhr das Oratorium „Anne! Damit wir klug werden. Das kurze Leben der Anne Frank“ aufgeführt.

Im April 1945 wurden annähernd 800 entkräftete Häftlinge aus dem Gefängnis Fuhlsbüttel in Hamburg zu dem Arbeitserziehungslager in Kiel-Russee getrieben. Auf dem Marsch wurden neun Häftlinge von der SS erschossen. Ursprünglich sollte die Feier 2020 zum 75. Jahrestag des Todesmarsches stattfinden, wurde aber coronabedingt abgesagt. (epd)

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