Ausblick auf die Hamburger Museen

Freunde der Fotografie kommen auf ihre Kosten

Von jungen Talenten bis zu Stars der Szene: 2022 zeigen die Hamburger Museen zahlreiche Ausstellungen über Fotografen.

Fotografie ist 2022 bei den Hamburger Museen Trumpf (Symbolbild)

Hamburg. Auf ein großes Angebot können sich Freunde der Fotografie im neuen Jahr auf freuen. Allen voran starten die Deichtorhallen mit dem Nachwuchspreis „Gute Aussichten 2020/2021 – Junge deutsche Fotografie“ im Februar und eröffnen am 20. Mai die Internationale Triennale der Photographie: In zwölf Ausstellungen wird das Thema „Currency“ aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Das Bucerius-Kunst-Forum ehrt im Rahmen der Triennale den Hamburger Fotografen Herbert List (1903-1975). „Das magische Auge“ vom 14. Mai bis 11. September ist die erste internationale Gesamtschau des Künstlers seit mehr als 20 Jahren. Die Ausstellung umfasst etwa 220 Originalaufnahmen von 1930 bis 1965. Im Museum für Kunst und Gewerbe ist ergänzend ab 19. Mai „Präuschers Panoptikum. Ein Bilderbuch von Herbert List“ zu sehen: Die Ausstellung stellt sein Fotobuch über das titelgebende Wiener Wachsfigurenkabinett vor und feiert seine Lust an Kitsch und Körperlichkeit.

Bildkultur in der Antike

Vom 12. Februar bis 24. April präsentiert das Bucerius-Kunst-Forum herausragende Werke der US-amerikanischen Gründungsväter der Minimal Art der 1960er Jahre. „Die neuen Bilder des Augustus“ (8. Oktober bis 15. Januar 2023) thematisiert die Bildkultur in der Antike.

Eine umfangreiche Bildreportage zur türkischen Einwanderung in Deutschland ist ab 4. Februar im Museum für Hamburgische Geschichte zu sehen. Der Istanbuler Fotograf Ergun Çağatay (1937-2018) machte 1990 Tausende Aufnahmen aus der Arbeitswelt, aber auch aus dem Gemeinschafts- und Privatleben der ersten und zweiten Generation der sogenannten Gastarbeiter. „Macht Mittel Geld“ widmet sich hier ab 20. Mai dem Triennale-Motto.

Jubiläum in der Kunsthalle

„Chiffren einer Stadt“ zeigt vom 20. Mai an im Jenisch-Haus Fotografien des Hamburgers Hans Meyer-Veden (1931-2018). Das Museum der Arbeit greift ab 20. Mai das Thema „Streik. Zur Ikonografie des Protestes“ fotografisch auf. Auch das Stadtmuseum Harburg kündigt eine Foto-Ausstellung an: „Die Lüneburger Straße – Harburgs historische Stadtachse“ zeigt ab 1. März Geschichte und Architektur in Harburg von den 1960er Jahren bis heute.

Die Hamburger Kunsthalle feiert 2022 das 25-jährige Bestehen der „Galerie der Gegenwart“ und setzt im Ausstellungsprogramm den Fokus auf das Thema „Gegenwart“. Den Auftakt macht die Ausstellung „FUTURA“, bei der sich rund 30 internationale Künstlerinnen und Künstler den grundlegenden Fragen zu Zeitlichkeit, Nachhaltigkeit und Visionen stellen. Mit „Femme fatale. Von der Männerfantasie zur weiblichen Emanzipation“ beleuchtet die Kunsthalle Ende 2022 den so schillernden wie brisanten Mythos der „Femme fatale“ vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Diskurs um Körpernormen

Das Museum für Kunst und Gewerbe lädt ab 25. Februar zu einer körperlich-sinnlichen Reise in das Leben acht modebewusster Frauen ein: „Dressed. 7 Frauen. 200 Jahre Mode“ zeigt rund 150 Kleidungsstücke und Accessoires, die von 200 Jahren Mode- und Emanzipationsgeschichte bis hin zu aktuellen Diskursen um Körpernormen erzählen.

Das Weltkulturmuseum MARKK präsentiert Kunst- und Alltagsgegenstände, die der Hamburger Kunsthistoriker Aby Warburg (1866-1929) auf einer Reise 1895/96 durch den Südwesten der USA von den dortigen Pueblo-Gesellschaften mitgebracht hat. „Blitzsymbol und Schlangentanz“ öffnet am 3. März. Die Kunst seiner Frau Mary Warburg (1866-1934) wird ab 13. Februar im Ernst-Barlach-Haus gezeigt. (epd)

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