Nach Verurteilung wegen Volksverhetzung

Fall Latzel: Kirchenleitung bekommt Hass-Mails

Anhänger des umstrittenen Pastors schreiben an die Landeskirche – und äußern sich beleidigend und abschätzig. Das hat Bremens leitender Theologe öffentlich gemacht.

Pastor Olaf Latzel (li.) vor Beginn des Prozesses mit seinem Anwalt Sascha Böttner

Bremen. Im Fall des vorläufig vom Dienst enthobenen Bremer Pastors Olaf Latzel wird die Leitung der Bremischen Evangelischen Kirche offensichtlich in einer Flut von Hassmails- und -briefen massiv von Anhängern des umstrittenen Theologen angegriffen. Viele dieser Äußerungen seien beleidigend, abschätzig und hasserfüllt, berichtete Bremens leitender Theologe Bernd Kuschnerus vor der Synode der Landeskirche. „Das widerspricht allem, wofür Kirche und Evangelium in ihrem Kern stehen.“

Latzel ist als Pastor der St.-Martini-Gemeinde in der Bremer Innenstadt im November des vergangenen Jahres vor dem Amtsgericht der Hansestadt wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, weil Latzel Berufung eingelegt hat. Bis zu einer endgültigen Entscheidung hat ihn die Kirchenleitung vorläufig des Dienstes enthoben, ein schon Monate zuvor eingeleitetes kirchliches Disziplinarverfahren ruht. Die Angriffe bezögen sich vielfach auf die Dienstenthebung, sagte Kuschnerus.

Homosexualität verunglimpft

Nach Auffassung des Amtsgerichtes hatte der heute 53-jährige Theologe in einem sogenannten „Eheseminar“ im Oktober 2019 zum Hass gegen Homosexuelle aufgestachelt. Im Verlauf warnte der Theologe unter anderem, Homosexualität sei eine „Degenerationsform von Gesellschaft“ und „überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day“. Ein Mitschnitt des „Eheseminars“ konnte zeitweise auch auf Youtube abgerufen werden. (epd)

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