Streit um Außenstelle des Landeskirchlichen Archivs

Expertenrunde berät geplanten Archiv-Umzug

Die Gespräche sollen sich auch um eine mögliche Digitalisierung drehen. Auf der Synode der Nordkirche werde das Thema ebenfalls eine Rolle spielen, kündigt der zuständige Propst an.

Akten aus dem Pommerschen Archiv, die momentan in Schwerin lagern

Greifswald. Zur Zukunft der Greifswalder Außenstelle des Landeskirchlichen Archivs der Nordkirche soll es zeitnah Gespräche einer Expertenrunde geben. Daran werden neben Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt weitere Mitglieder der Kirchenleitung sowie unter anderem auch der Vorsitzende des pommerschen Kirchenkreisrats, Propst Gerd Panknin, und der Leiter des Greifswalder Regionalzentrums, Pastor Matthias Bartels, teilnehmen, wie der pommersche Kirchenkreis mitteilt.

Die Nordkirche hatte am 31. August mitgeteilt, dass die Greifswalder Archiv-Außenstelle wegen der Corona-bedingten Kirchensteuereinbrüche nicht wie geplant ins künftige Pommersche Archivzentrum in Greifswald einziehen soll. Das pommersche Archivgut soll stattdessen künftig in Schwerin gelagert werden. Die Kirchenleitung könne den Beschluss für eine Kooperation des Landeskirchlichen Archivs mit dem Pommerschen Landesarchiv und dem Stadtarchiv Greifswald nicht aufrechterhalten, hieß es damals. Gegen diesen Beschluss hatte sich Widerstand im pommerschen Kirchenkreis geregt. So hatte sich der pommersche Kirchenkreisrat schriftlich an die Kirchenleitung gewandt.

Hoffnung auf „Gestaltungsspielraum“

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt habe als Reaktion „auf das sachliche und zielorientierte Anschreiben“ des pommerschen Kirchenkreisrates umgehend Gesprächsbereitschaft signalisiert, hieß es vom Kirchenkreis. Für die nun geplante Expertenrunde habe der Kirchenkreisrat mehrere Fragestellungen formuliert. Dazu gehörten die Fragen, wie der Begriff „Außenstelle“ konkretisiert werden kann und wie die dauerhafte personelle Begleitung dieser Außenstelle aussehen soll. Zudem schlägt der Kirchenkreisrat vor, die Möglichkeiten einer umfassenden Digitalisierung zu prüfen. In der Digitalisierung sehe das Gremium die Chance zu einem beispielhaften Pilotprojekt, hieß es.


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„Die Thematik der Zukunft des landeskirchlichen Archivguts in Greifswald wird mit Sicherheit auch in die Landessynode getragen“, sagte Propst Gerd Panknin. „Dabei wird ganz deutlich werden, wie stark dieses Thema viele Menschen in Vorpommern und im Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis bewegt.“ Bereits zum jetzigen Zeitpunkt habe sich viel getan. Eine breite Kommunikation sei angestoßen worden. „Wir haben die berechtigte Hoffnung, dass es Gestaltungsspielraum gibt, der in dem anstehenden Gespräch ausgelotet wird.“ (epd)

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