In der Marktkirche von Hannover

Digitaler Kollektomat soll für mehr Spenden sorgen

Besucher müssen nur ihre Karte vor das Gerät halten. Der traditionelle Klingelbeutel wird aber nicht abgeschafft.

Bargeldlos spenden (v.l.): Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann, Kirchenvorstand Christian Doesinger (Dösinger) und Heinrich Jagau, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover

Hannover. Mit einem digitalen Kollektomaten will die Marktkirche in Hannover künftig mehr Spenden einnehmen. Der erste bargeldlose Spendenautomat der hannoverschen Landeskirche sei sehr leicht zu bedienen, sagte Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann bei der Vorstellung des Geräts: „Wir möchten komfortables und unkompliziertes Spenden ermöglichen.“ Mit der Neuerung will die Kirche vor allem ausländischen Touristen entgegenkommen.

Besucher müssten nur ihre EC-Karte, ihre Kreditkarte oder ihr Smartphone vor das elektronische Gerät halten und einen Betrag zwischen zwei und 25 Euro auswählen, erläuterte die Pastorin. In etwa drei Sekunden werde die Spende ohne die Eingabe einer PIN-Nummer online vom Bankkonto abgebucht. Bei kleineren Betrag ist beim kontaktlosen Bezahlen generell keine PIN-Eingabe erforderlich. Der Kontoauszug kann dann beim Finanzamt als Spendenquittung dienen.

In anderen Ländern längst üblich

Digitales Bezahlen auch von Kleinstbeträgen sei etwa in englischen, schwedischen oder niederländischen Kirchen längst üblich, sagte Kreisel-Liebermann. Besucher aus diesen und anderen Ländern trügen oft gar kein Bargeld mehr bei sich. Dennoch solle der Automat die traditionelle Kirchenkollekte mit Münzen oder Scheinen im Klingelbeutel oder Opferstock nicht komplett ersetzen.

Der Kollektomat wurde mit Hilfe der Sparkasse realisiert. Die Zahlungen mit dem Gerät seien deutlich weniger aufwendig und zudem sicherer als herkömmliches Zahlen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hannover, Heinrich Jagau: „Ist das Portmonee weg, lässt sich eine Karte sperren.“ Beim Kollektomaten können Besucher zwar mehrmals am Tag spenden, nach dem ersten Mal müssen sie die Buchungen jedoch mit einer PIN bestätigen.

Mit dem Pilotprojekt gehört die Marktkirche zu den Vorreitern auf dem Gebiet. Über tragbare „digitale Klingelbeutel“ verfügt unter anderem die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Auch in evangelischen Gemeinden in Braunschweig und Walsrode sowie in einer katholischen Gemeinde in Duderstadt können die Kirchenbesucher digital spenden. (epd)

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