Bahnhofsmissionen

Die „Kirchen vom Bahnhof“ schließen sich zusammen

Aus drei mach eine: Die Bahnhofsmissionen im Norden gründen einen gemeinsamen Verband – auch wegen der Flüchtlingskrise.

Hand drauf! Die Mitarbeiter der Bahnhofsmission helfen, wie hier am Hamburger Hauptbahnhof

Rendsburg. Die Bahnhofsmissionen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben sich zum "Verband der Evangelischen Bahnhofsmission in der Nordkirche" zusammengeschlossen. Der Verband soll die Zusammenarbeit stärken sowie die Interessen der Bahnhofsmissionen gegenüber der Deutschen Bahn und der Landeskirche vertreten, wie das Diakonische Werk Schleswig-Holstein in Rendsburg mitteilte. Zu den Aufgaben gehören auch die Koordination der Aus- und Weiterbildung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie die wirtschaftliche Beratung der Stationen.
Die aktuelle Flüchtlingssituation zeige, wie wichtig eine noch engere Vernetzung sei, sagte der Vorsitzende des neuen Verbandes, Heinrich Deicke. Die Bahnhofsmissionen spielten bei der Betreuung und Erstversorgung von Flüchtlingen eine große Rolle. Wenn Notplätze für die Nacht organisiert werden müssten oder die Menschen auf ihrer Reise mehrsprachige Orientierungshilfe benötigen, sei eine "engmaschige Zusammenarbeit der Stationen von großem Vorteil".

Hilfe auch im Nahverkehr

Auf dem Gebiet der Nordkirche arbeiten derzeit 15 Bahnhofsmissionen. Sie verstehen sich als "Kirche im Bahnhof", um Menschen vor Ort in unterschiedlichen Situationen beizustehen. Dazu gehören die Hilfe beim Ein- und Aussteigen, Auskünfte jeder Art und die Unterstützung bei der Suche nach Aufenthalts- und Übernachtungsmöglichkeiten. Die "Bahnhofsmission Mobil" begleitet auf Anmeldung auch Reisende im Nahverkehr. (epd)