Die ganze Gemeinde ein Chor

Als Militärseelsorgerin singe ich gern in einem Chor oder leite einzelne Chorprojekte, schreibt Ulrike Fendler.

Westerstede. Als Militärseelsorgerin singe ich gern in einem Chor oder leite einzelne Chorprojekte. Zum Beispiel stelle ich in jeder Adventszeit einen kleinen Chor aus Bundeswehrangehörigen und ihren Familien zusammen. Gemeinsam üben wir mehrstimmige Weihnachtslieder ein. Am 24. Dezember jedes Jahr gehen wir gemeinsam über die Stationen des Bundeswehrkrankenhauses in Westerstede und singen auf den Fluren die einstudierten Lieder. Am meisten Spaß aber machen mir – was das Singen angeht – die Standortgottesdienste, die Taufen oder die Trauungen. Denn: Bevor der jeweilige Gottesdienst beginnt, lade ich die Gemeinde ein, sich mit mir einzusingen: Gerade sitzen, Mund öffnen, den Atem fließen lassen, Töne summen …

Zunächst sind die Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher ein wenig überrascht, auch irritiert. Aber schon nach ein paar Momenten weicht die Verunsicherung einer unbeschwerten Fröhlichkeit. Manchmal gelingt uns als Gemeinde sogar ein zweistimmiger Satz oder ein mehrstimmiger Kanon. So wird aus einer oft eher passiv wirkenden Gemeinde eine lebendige Gemeinschaft: ein großer Chor!

Ulrike Fendler Ev. Militärseelsorgerin EvMilPfA Leer, Kdo SES Ostfriesland und Bundeswehrkrankenhaus Westerstede.

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