Beim Abend der Begegnung

Diakonie fordert Stärkung der Freiwilligendienste

Immer weniger junge Menschen engagieren sich freiwillig. Einen Pflichtdienst lehnt die Diakonie trotzdem ab.

Auch die Betreuung von Senioren in Heimen gehört zum Freiwilligendienst

Büdelsdorf. Die Freiwilligendienste müssen nach Ansicht der Diakonie Schleswig-Holstein für junge Menschen attraktiver werden. „Der Freiwilligendienst stärkt den solidarischen Zusammenhalt der Gesellschaft“, sagte Diakonie-Chef und Landespastor Heiko Naß beim Abend der Begegnung in Büdelsdorf. Dafür müssten die Rahmenbedingungen dringend verbessert werden. Zu dem Jahresempfang waren mehr als 250 Gäste aus Politik, Kirche, Diakonie und Gesellschaft gekommen.

„Freiwilliges Engagement ist eine unserer wichtigsten Ressourcen und fördert die Sozialkultur der ganzen Gesellschaft“, betonte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Menschen im Freiwilligendienst würden Diakonie und Kirche mit neuen Impulsen mehr Offenheit und Beweglichkeit verleihen. Nach den Worten von Staatssekretär Matthias Badenhop (FDP) ist es ein zentrales Anliegen des Sozialministeriums, diese Dienste attraktiv zu gestalten.

Zwist um Pflichtdienst

Der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Loose plädierte für einen allgemeinen Pflichtdienst in sozialen, kulturellen oder ökologischen Einrichtungen oder bei der Bundeswehr. Dies sei auch eine Maßnahme gegen die Personalnot in diesen Bereichen. Anne-Marie Eckardt, Referentin für Freiwilligendienste beim Diakonischen Werk, warnte dagegen vor dem hohen administrativen und finanziellen Aufwand eines Pflichtdienstes. „Wir als Diakonisches Werk setzen deshalb ganz klar auf Freiwilligkeit.“

Hintergrund der Diakonie-Forderung ist die zurückgehende Bereitschaft, sich beim Bundesfreiwilligendienst oder dem Freiwilligen Sozialen Jahr zu engagieren. Zwar sei die Zahl der Freiwilligen bei der Diakonie Schleswig-Holstein bislang stabil, hieß es. Es sei allerdings immer schwieriger, junge Menschen für einen Dienst in der Pflege und Behindertenhilfe zu begeistern. Grund sei auch die mangelnde gesellschaftliche Wertschätzung. Anreize könnten unter anderem Semestertickets für Freiwillige, die Anerkennung des Freiwilligendienstes als Praktikum oder die Anrechnung als Wartesemester sein. (epd)

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