Einsichten – die christliche Kolumne

Der Tag, an dem Gott uns erlöst

Von Dunkelheit und Lichtblicken schreibt Pastorin Claudia Bruweleit. Sie ist Beauftragte der Nordkirche beim Land Schleswig-Holstein.

Der Predigttext des kommenden Sonntags lautet: „Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.“ aus Römer 13, 8-12
Frauen und Kinder mit Plastikbeuteln laufen, in dünne Tücher gehüllt, durch norddeutschen Nieselregen. Ihre Köpfe halten sie gesenkt. Ihre Gestalten verschwimmen im Grau. Den Krieg und ihre Heimat haben sie hinter sich gelassen, aber ihr Weg ist noch lange nicht zu Ende. Ich höre im Radio, Deutschland müsse den Zuzug von Flüchtlingen begrenzen. Der Politiker steht warm und trocken, als er das sagt. Was weiß er von Finsternis? Aus der Bibel spricht eine brennende Sehnsucht, dass es Tag werde. Nicht irgendein Tag, sondern der Tag, an dem Gott die Menschen erlöst aus Dunkel, Nacht und Verzweiflung. Uns alle. 
Ein weiser Rabbi stellte seinen Schülern die Frage: „Wie bestimmt man die Stunde, in der die Nacht endet und der neue Tag beginnt?“ Einer der Schüler antwortete: „Vielleicht ist es der Moment, in dem man einen Hund von einem Schaf unterscheiden kann?“ Der Rabbi schüttelte den Kopf. „Oder vielleicht dann, wenn man von weitem einen Dattel- von einem Feigenbaum unterscheiden kann?“ Der Rabbi schüttelte wieder den Kopf. „Aber wann ist es dann?“ Der Rabbi antwortete: „Wenn Ihr in das Antlitz eines fremden Menschen schaut und darin Eure Schwester oder Euren Bruder erkennt, dann beginnt der NEUE TAG. Bis dahin ist die Nacht noch bei uns.“ 

Von den Waffen des Lichts

Wir ahnen, welche Dunkelheit Menschen aushalten müssen, die hier bei uns Schutz suchen. Dazu gehört auch, dass wir blicklos an ihnen vorbeihasten. Der Advent bietet eine Möglichkeit, sich verändern zu lassen durch den nahenden, menschlichen Gott. Zaghaft leuchtet eine Kerze gegen die Dunkelheit an. Ihr Licht erzählt von Wärme und davon, dass man sich selbst verzehren kann, um anderen zu leuchten. So wie schon längst unzählige freiwillige Helfer, die den Geflüchteten ein Lächeln zeigen und mit Suppe, Decken, einem Nachtlager bei ihnen sind. Lichtblicke, Waffen des Lichts nennt Paulus das, was sie tun. Es hilft, den Bruder, die Schwester zu entdecken im Fremden. Es bringt uns einem Frieden näher, der von innen leuchtet, auch auf uns.

Unsere Autorin

Pastorin Claudia Bruweleit ist Beauftragte der Nordkirche beim Land Schleswig-Holstein.

Zum Predigttext des folgenden Sonntags schreiben an dieser Stelle wechselnde Autoren. Einen neuen Text veröffentlichen wir jeden Mittwoch. – See more at: http://www.evangelische-zeitung.de/news-evangelische-zeitung/news-detail-home/nachricht/darum-gehoert-zum-christsein-auch-durchhalten.html#sthash.klCNt67v.dpuf

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