Triennale der Photographie in Hamburg beginnt

Der tägliche Kampf um Aufmerksamkeit

Gleich zehn Museen widmen sich in ihren Ausstellungen der Frage, welche Macht Fotos haben. Für Besucher gibt es eine gute Nachricht.

Und los geht's! Die Ausstellungen sind ab Freitag, 20. Mai, geöffnet

von Evelyn Sander

Hamburg. Unter dem Titel „Currency“ („Währung“) präsentieren gleich zehn Hamburger Museen vier Monate lang ein Festival der internationalen Fotokunst: Ab Freitag, 20. Mai, zeigt die Triennale der Photographie in Hamburg bis zum 18. September die Werke von 77 internationalen Künstlerinnen und Künstlern. „Fotografie ist in unserer Zeit eine Währung geworden“, sagte die künstlerische Leiterin Koyo Kouoh bei der Vorstellung des Programms in den Deichtorhallen Hamburg.

Im täglichen Kampf um Aufmerksamkeit würden Bilder zunehmend zu einem Verhandlungs- und Handlungsinstrument. Es gehe nicht nur um das Dokumentieren von Themen und Ereignissen. Kouch: „Bilder prägen heute das Sehen und Gesehen werden.“

Roter Faden

Auf die Frage, welcher Wert und welche Macht von Fotos ausgingen, gebe es „keine eindeutigen Antworten“, so Kultursenator Carsten Brosda (SPD). Vielmehr seien unterschiedliche Perspektiven gefragt. Dirk Luckow, Intendant der Deichtorhallen, verwies auf die Vielfalt der Ausstellungen quer durch Hamburg: Die Interpretationen reichten von der massenhaften Verbreitung, von Fotos als Machtmittel, Tauschwert, als Dialog zwischen Kulturen oder als roter Faden für eine Erzählung.

Die Triennale zeigt zeitgenössische Arbeiten und experimentelle Aufnahmen Foto: Evelyn Sander

Die Ausstellungen präsentieren zeitgenössische Arbeiten und experimentelle Aufnahmen, soziale Dokumentarfotografie, Videoprojekte sowie Bilder aus der Kolonialzeit. Begleitet werden die Schauen von zahlreichen Veranstaltungen und dem Festival Triennale Expanded vom 2. bis 6. Juni. Für Besucher gibt es eine gute Nachricht: Erstmals wird es ein gemeinsames Ticket für alle Ausstellungen und Veranstaltungen geben.

In den Deichtorhallen wird die Ausstellung „Currency: Photography beyond Capture“ gezeigt, das Bucerius-Kunstforum widmet dem Fotografen Herbert List (1903-1975) die Gesamtschau „Herbert List. Das magische Auge“. In der Ausstellung „Give and take. Bilder über Bilder“ in der Hamburger Kunsthalle geht es um Prozesse des Austauschs in der zeitgenössischen Fotografie.

Diese Museen sind dabei

Die Sammlung Falckenberg der Deichtorhallen bietet eine Werkschau der Werbe- und Modefotografin Charlotte March (1929-2005). Ausstellungen gibt es außerdem unter anderem im Museum für Hamburgische Geschichte, im Museum der Arbeit, im Museum für Kunst und Gewerbe, im Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt (MARKK), im Kunstverein in Hamburg, im Kunsthaus und im Jenisch-Haus. (epd)

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