Hamburgs Afrikaner-Seelsorger Peter Mansaray ist seit zehn Jahren im Amt

Der afrikanische Brückenbauer

Afrikaner aus ganz Hamburg kommen zur Erlöserkirche. Dort will Peter Mansaray ein interkulturelles Begegnungszentrum aufbauen. Er ist auf einem guten Weg – dank mehrerer Angebote.

Peter Mansaray ist Pastor für Afrikaner-Seelsorge in Hamburg

von Thomas Morell

Hamburg. Die evangelische Erlöserkirche in Hamburg-Borgfelde ist mittlerweile ein Anziehungspunkt für afrikanische Christen in ganz Hamburg. Doch Pastor Peter Mansaray (51), Leiter des Afrikanischen Zentrums, will mehr. Er möchte die Kirche am Berliner Tor zu einem interkulturellen Begegnungszentrum weiterentwickeln. „Ich möchte keine Insel für Afrikaner.“  Vor zehn Jahren hat er seinen Dienst in Hamburg begonnen.

Peter Mansaray ist im westafrikanischen Sierra Leone geboren und im Nachbarstaat Liberia aufgewachsen. Nach seinem Studium der Philosophie und Theologie war er katholischer Priesterkandidat, trennte sich jedoch später von seiner Kirche. Seit 30 Jahren lebt er in Deutschland, hat hier Politik studiert und war Berater für ein EU-Integrationsprojekt in Berlin. Seit zehn Jahren ist er Pastor in der Gemeinde St. Georg-Borgfelde und Leiter des Afrikanischen Zentrums.

Gut vernetzt

In der Hamburger Kirche fühlt sich Peter Mansaray gut vernetzt. Seine Arbeit werde wertgeschätzt und nicht als „exotisches Experiment“ gesehen, sagt er. Eine Legislaturperiode war er Mitglied der Landessynode der Nordkirche.

Gelungen ist aus seiner Sicht die interkulturelle Konfirmandenarbeit. 2013 startete der erste zweijährige Kurs mit Jugendlichen aus deutschen und afrikanischen Familien. In diesem Jahr begann der fünfte Jahrgang. Bis heute treffen sich ehemalige Konfirmanden regelmäßig im Gemeindehaus Borgfelde.

Die Erlöserkirche in Hamburg-Borgfelde Foto: Uwe Rohwedder / Wikimedia Commons

Auf rund 25.000 wird die Zahl der Menschen mit afrikanischen Wurzeln in Hamburg geschätzt. Die meisten kommen aus Ghana, Togo und Nigeria. Neben Protestanten und Katholiken sind darunter auch zahlreiche Muslime und Anhänger von Naturreligionen. Einige von ihnen haben keine gültigen Aufenthaltspapiere und bitten auch in Borgfelde um Rat und Unterstützung.

Die Spannung zwischen zwei Kulturen ist nach Mansarays Beobachtungen in afrikanischen Familien besonders groß. Die meisten Jugendlichen seien in Hamburg geboren und lebten den Alltag gemeinsam mit ihren deutschstämmigen Freunden, während die Eltern enge Kontakte mit ihrer afrikanischen Heimat pflegten. Viele Erwachsene würden dabei an Traditionen und Wertvorstellungen festhalten, die zum Teil auch im heutigen Ghana oder Nigeria mittlerweile als überholt gelten.

„Café Mandela“ geschlossen

Während viele afrikanische Gemeinden in Hamburg nur Gast in einer evangelischen Kirche sind, ist Mansarays Afrikaner-Seelsorge Teil der Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde. Zwar feiert die afrikanische Gemeinde wie bisher jeden Sonntag ihren Gottesdienst in Borgfelde. Seit zwei Jahren wird an jedem zweiten Sonntag im Monat noch ein Gospel-Gottesdienst für die gesamte Gemeinde in Borgfelde gefeiert. Afrikanische Vertreter sind auch Mitglied im Kirchengemeinderat.

Regelmäßig öffnete das „Café Mandela“ im Gemeindehaus, bevor das Corona-Virus die Arbeit vorerst beendete. Derzeit wird das Gemeindehaus umgebaut, so dass vom kommenden Frühjahr an ein großer Versammlungsraum mit Küche zur Verfügung steht. (epd)

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