EKD-Synode auf Sparkurs

Corona-Einbußen bei Kirchensteuer halten an

Langfristig muss die Kirche sich auf sinkenden Einnahmen einstellen, nicht nur wegen Corona. Die Evangelische Journalistenschule bekommt die Folgen jetzt schon drastisch zu spüren.

Bremen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bleibt angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen auf Sparkurs. Wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie hätten viele Landeskirchen „schmerzliche Einschnitte“ zu verkraften, sagte das für Finanzen zuständige Ratsmitglied Andreas Barner vor der digital beratenden EKD-Synode. Im vergangenen Jahr seien die Kirchensteuereinnahmen EKD-weit um 5,4 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro gesunken. Trotz eines Plus von 3,5 Prozent in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres bleibt im Vergleich zu 2019 aktuell ein Minus von 3,7 Prozent bei den Einnahmen aus der Kirchensteuer.

Barner brachte in die Tagung des Kirchenparlaments den Haushalt für 2022 ein, über den die Synodalen bis Mittwoch entscheiden werden. Der Etat der EKD, der sich wesentlich aus Umlagen der 20 Landeskirchen speist, soll im nächsten Jahr 246,1 Millionen Euro umfassen. Die Umlagen werden um 2,9 Prozent höher ausfallen als im laufenden Jahr. Ab dem übernächsten Jahr allerdings werden erstmals seit 2011 sinkende Umlagen und in der Folge auch ein zurückgehendes Haushaltsvolumen erwartet, weil sich dann die Kirchensteuerrückgänge während der Corona-Pandemie auch auf der übergeordneten Ebene der EKD auswirken.

Mittel für Journalistenschule abgelehnt

Zusätzliche Finanzmittel zur Weiterführung der Evangelischen Journalistenschule in Berlin hat der EKD-Rat abgelehnt. Das Leitungsgremium habe sich mit einem neuen Konzept für die Journalistenschule befasst, sagte Barner. Es sehe „keine Möglichkeit“, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) zusätzliche Mittel für dessen Realisierung zur Verfügung zu stellen. Das GEP ist Träger der Schule. Der Aufsichtsrat des Gemeinschaftswerks sei über die Entscheidung des Rates informiert worden und prüfe nun, welche Möglichkeiten es im Rahmen des Budgets gebe, journalistische Aus- und Fortbildung weiterzuführen, sagte Barner.

Die Journalistenschule hat ihren Sitz in Berlin Foto: Christian Ditsch / epd

Und auch langfristig plant die EKD drastische Einschnitte bei ihren Ausgaben. Grund ist die Prognose, dass sich die Mitgliederzahl der evangelischen Landeskirchen bis 2060 voraussichtlich halbiert und auch die Steuereinnahmen in ähnlichem Umfang sinken. Im vergangenen Jahr hatte die Synode eine Finanzstrategie beschlossen. 17 Millionen Euro sollen 2030 weniger ausgegeben werden als im Jahr 2019. Die Einsparungen betreffen unter anderem kirchliche Hochschulen und Stiftungen, theologische und wissenschaftliche Einrichtungen sowie spezielle Seelsorgebereiche etwa bei der Bundespolizei.


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Für den neu konstituierten Haushaltsausschuss der EKD stellte sich deren Vorsitzender Christian Weyer hinter die Sparpläne, die von der vorangehenden Synode bei deren letzter Sitzung am Ende einer sechsjährigen Amtszeit beschlossen worden waren. Weyer sagte, der Ausschuss empfehle der Synode, einen entsprechenden Umsetzungsbericht zustimmend zur Kenntnis zu nehmen. (epd)

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