Westertimke

Corona-Ausbruch nach Gottesdienst in freikirchlicher Gemeinde

43 Personen aus einer Gemeinde bei Bremen haben sich bereits angesteckt, Tendenz steigend. Der Verdacht: Singen im Gottesdienst könnte die Ursache sein.

Westertimke/Kr. Rotenburg. In der freikirchlichen Christengemeinde in Westertimke bei Bremen gibt es einen größeren Corona-Ausbruch. Die Infektionszahlen in der Gemeinde und ihrem Umfeld sind am Freitag nochmals gestiegen, wie der Landkreis Rotenburg mitteilt. Am Donnerstag meldete das zuständige Gesundheitsamt in diesem Zusammenhang noch 26 Fälle, am Freitag bereits 43. Die Entwicklung soll auch rechtliche Folgen haben. „Es werden mehrere Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet“, hieß es. Über 200 Testergebnisse vom Vortag stünden noch aus. Es sei mit weiter steigenden Zahlen bei Infektionen und Quarantäne zu rechnen.

Der Ausbruch wird mit einem Gottesdienst und da insbesondere mit Gemeindegesang in Verbindung gebracht. Bis auf weiteres sind der Gemeinde alle Zusammenkünfte untersagt. Ein Sprecher der Christengemeinde sagte dem Evangelischen Pressedienst am Freitag, es sei schwierig, auf Anhieb die Ursache der Infektionen herauszufinden.

Auch Schulen und Kitas betroffen

Von dem Ausbruch sind nach Angaben des Landkreises auch drei Kindergärten und vier Schulen betroffen. Die Mitschüler in den entsprechenden Klassen stünden unter Quarantäne. Das Gesundheitsamt habe mit den betroffenen Personen Kontakt aufgenommen und teste weiter. Im gesamten Landkreis seien seit Ausbruch der Pandemie bisher insgesamt 267 Covid-19-Fälle gezählt worden. 212 davon seien mittlerweile wieder genesen, zwei Personen gestorben. Damit gebe es aktuell 53 Infizierte.

Die erste Infektion in Westertimke sei am 14. September nach einem Gottesdienst am Vortag registriert worden, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Gemeinde, Robert Gaydacz, dem epd. Behauptungen, die Gemeinde habe kein Hygienekonzept gehabt und wolle nicht mit dem Gesundheitsamt zusammenarbeiten, wies er als Verleumdung zurück. „Das entbehrt jeder Grundlage.“ Gaydacz sagte, im Gottesdienst sei bis zuletzt offen gesungen worden, so wie vor der Corona-Zeit.

60 Besucher beim Gottesdienst

Die Mitglieder der Christengemeinde treffen sich auf dem Gelände einer ehemaligen Bundeswehr-Kaserne, dem heutigen „Timke-Park“. Die Gottesdienste wurden dort laut Gaydacz zuletzt in zwei großen Räumen mit dem gebotenen Sicherheitsabstand zwischen den Besuchern gefeiert. Zur Gemeinde gehören nach seinen Angaben zwischen 80 und 100 Mitglieder, etwa 60 haben nach seiner Schätzung am letzten Gottesdienst vor dem Corona-Ausbruch teilgenommen. (epd)

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