EKD-Synode

Bischöfin Kirsten Fehrs zur stellvertretenden Ratsvorsitzenden gewählt

Mit großer Mehrheit ist die Hamburger Theologin zur stellvertretenden Ratsvorsitzenden gewählt worden. Anschließend hat sie einen ersten kurzen Ausblick auf die Aufgabe gewagt.

Bischöfin Kirsten Fehrs wird stellvertretende Ratsvorsitzende

Bremen. Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs ist zur stellvertretenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bestimmt worden. Die Delegierten des digital tagenden evangelischen Kirchenparlaments wählten die 60-Jährige am Mittwochvormittag mit 116 von 139 Stimmen. Es gab elf Nein-Stimmen und zwölf Enthaltungen. Fehrs nahm die Wahl im Anschluss an.

In einem kurzen Statement sagte die Bischöfin, dass sie die neue Aufgabe „mit Herz und gern im Team“ angehen wolle. Es gehe darum, „mit aufrichtigem Dialog mehr Aufbruch“ zu wagen.

Zwei Frauen an der Spitze

Zuvor war die westfälische Präses Annette Kurschus (58) zur EKD-Ratsvorsitzenden gewählt worden. Kurschus und Fehrs werden die EKD nun die kommenden sechs Jahre repräsentieren. Es ist das erste Mal, dass zwei Frauen die evangelische Kirche nach außen hin vertreten. Kurschus ist nach der Theologin Margot Käßmann erst die zweite Frau an der Spitze der EKD.

Die Hamburger Bischöfin Fehrs war am Dienstag im zweiten Wahlgang der Ratswahl gewählt worden. Sie ist seit 2011 Hamburger Bischöfin. Der Sprengel Hamburg gehört zur Nordkirche, die 1,9 Millionen Mitglieder hat. Für Fehrs ist es die zweite Amtszeit im Rat der EKD. Sie gehörte zudem bislang dem Beauftragtenrat zum Schutz vor sexualisierter Gewalt in der EKD an, dessen Sprecherin sie von 2018 bis 2020 war.


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Aufgewachsen ist Fehrs an der schleswig-holsteinischen Westküste als Tochter des Bürgermeisters in Wesselburen. Schon als Jugendliche leitete sie dort einen Gospel-Chor. Bis heute gehört neben dem Joggen die Musik zu ihren großen Leidenschaften. Nach ihrem Studium in Hamburg war sie Gemeindepastorin im holsteinischen Hohenwestedt und Bildungsreferentin. Seit ihrer Tätigkeit als Personal- und Organisationsentwicklerin ist sie mit den Binnenstrukturen und Befindlichkeiten ihrer Kirche bestens vertraut.

Morgendliche Joggingrunde

2006 wurde sie Pröpstin und Hauptpastorin an der Hamburger Hauptkirche St. Jacobi. Seitdem wohnt sie mit ihrem Ehemann, Pastor Karsten Fehrs, mitten in der Innenstadt. Dort startet sie regelmäßig ihre morgendliche Joggingrunde. Zur Bischöfin wurde sie erstmals im Juni 2011 gewählt. Ihr Bischofsbezirk umfasst Hamburg, Lübeck und das Umland.

Fehrs engagiert sich als Vorsitzende des Interreligiösen Forums Hamburg für den Dialog der Religionen, ist Botschafterin der Seemannsmission und wirbt für eine humane Flüchtlingspolitik. (epd/tt)

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