Bildungsportal will Islam im Schulunterricht bekannt machen

Den Islam in seiner Vielfalt zeigen – das ist das Ziel eines neuen Portals. Denn der Islam taucht bislang in Lehrplänen zu wenig auf, sagen die Macher der Seiten.

Das neue Bildungsportal soll im Unterricht genutzt werden (Symbolbild)
Das neue Bildungsportal soll im Unterricht genutzt werden (Symbolbild)Imago / Pressedienst Nord

Ein neues digitales Bildungsportal unterstützt künftig die Vermittlung islamischer Themen im Schulunterricht. Das Angebot solle dazu beitragen, den Islam in seiner Vielfalt sichtbar zu machen und Stereotype abzubauen, teilte das für die Umsetzung des Projekts zuständige Berliner Museum für Islamische Kunst zum Start des Portals mit.

Es bietet Arbeitsmaterialien zu kulturellen Themen wie Musik, Kalligraphie und Architektur sowie gesellschaftspolitischen Feldern wie Chancengleichheit, Identität, Freiheit, Teilhabe und Toleranz. Zudem liefert das Portal Lehrkräften und Schulbuchredaktionen Hintergrundinformationen zu islamischer Religion und Kultur. Die Inhalte können insbesondere in den Fächern Musik und Kunst, Geschichte, Politik und Ethik genutzt werden.

Auch Kreuzzüge sind ein Thema

„Gerade im schulischen Bereich gibt es noch viel Unwissenheit über den Islam“, sagte Miriam Kurz, Islamwissenschaftlerin und Mitarbeiterin an dem Projekt „Gemeinsame Vergangenheit – Gemeinsame Zukunft“, bei der Online-Präsentation des kostenfreien Angebots. Die Vielfalt des Islam stelle das Portal etwa anhand der sehr unterschiedlichen Moscheearchitektur in der islamischen Welt dar. Zudem biete es einen multiperspektivischen Ansatz zu kontroversen Themen wie etwa Kreuzzügen.

Die Göttinger Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus bemängelte, islamische Themen seien – wenn überhaupt auf den Lehrplänen – oft immer noch von Konfliktnarrativen gesteuert, statt das Zusammenleben in Vielfalt zu fördern. Extremismus und Terrorismus sollten nicht die gängigen Vorstellungen beim Stichwort Islam sein.

Brettspiel entwickelt

Im Rahmen des Projekts wurde auch ein Brettspiel „Remedio“ entwickelt, bei dem die Spieler ein Heilmittel für den Emir des andalusischen Granada finden müssen. Auf der Suche nach medizinischem Wissen gewinnen die Spieler einen Eindruck vom Austausch zwischen Abendland und islamischer Welt im 14. Jahrhundert. Außerdem entstand für das Projekt eine „Toolbox“, die als Stichwortgeber für interkulturelle Gespräche genutzt werden kann.