Live-Musik-Erlebnis

Bachwoche fand wieder mit Publikum statt

Für die wenigen Besucher der 75. Bachwoche war es nach dem langen Lockdown ein berührendes Erlebnis, wieder live an einem Musikfestival teilzunehmen.

Solisten zwischen Plexiglaswänden – der Stimmung habe das aber keinen Abbruch getan, sagen die Veranstalter.

von Annette Klinkhardt

Greifswald. Die 75. Greifswalder Bachwoche ist beendet – eine Jubiläumsveranstaltung, die wegen der Pandemie-Regelungen mit weit weniger Besuchern stattfinden musste als jahrzehntelang üblich. Trotzdem habe diese Festivalauflage die Besucher besonders berührt, sagt Kirchenmusiker Frank Dittmer vom Leitungsteam. Nach der anstrengenden Pandemiezeit sei die Musik so gewesen, als ob im Namaqualand in Südafrika Regen fiele: „Dann blüht die ganze Landschaft.“ Das gebe der Bachwoche viel Rückenwind für die nächsten Jahre.

Das älteste Musikfestival Mecklenburg-Vorpommerns

Die Bachwoche war 1946 vom damaligen Domkantor Hans Pflugbeil gegründet worden, wird heute von der Nordkirche getragen und stand diesmal unter dem Motto „paradiesisch 2.0“ – als Anspielung darauf, dass das Programm „paradiesisch“ schon im letzten Jahr stattfinden sollte, dann aber in abgespeckter Variante ins Internet ziehen musste. Zur Neuauflage 2.0 gehörten insgesamt 15 geistliche Musiken: Morgen- und Abendandachten, in die Musik eingebettet war. Jeweils maximal 200 Menschen durften im Innenraum des Doms sitzen, noch einmal 150 vor einer Übertragungsleinwand auf der Domwiese.

Bachwoche war ein voller Erfolg

Diese Plätze hätten die Besucherinnen und Besucher auch voll ausgeschöpft, sagt Frank Dittmer. „Ich bin froh und sehr dankbar, dass die Menschen dieses Angebot begeistert angenommen haben.“ Chormusik und größere Konzerte waren nicht möglich. Die Beschränkung auf die musikalischen Andachten habe aber zu einer beeindruckenden Konzentration geführt, sagt Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern. „Damit war die Bachwoche 2021 zu 100 Prozent bei ihrem Kern, geistliche Musik als Verkündigung zu präsentieren.“

Insgesamt rund 2400 Menschen nahmen teil – statt der sonst üblichen rund 10 000. Außerdem gab es ein Symposion über Bachfeste in Ostdeutschland zwischen 1946 und heute, das man per Videokonferenz verfolgen konnte.

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