Cash-Art-Serie mit Hildesheimer Michaeliskirche

Aus Geld wird Kunst

Um die passenden Utensilien für seine Bilder zu finden, fischt Künstler Enrico Garbelmann schon mal eine halbe Stunde mit der Pinzette in den Fetzen geschredderter Geldscheine herum. Für seine "Cash-Art"-Serie klebt er daraus kleine Kunstwerke.

Ein "Cash-Art"-Bild des Hildesheimer Künstlers Enrico Garbelmann. Gefertigt werden die Collagen aus Schnipseln von ausgedienten Euro-Noten.

von Charlotte Morgenthal

Hildesheim/Magdeburg. Mit geschredderten Schnipseln ausgedienter Euro-Noten klebt der Hildesheimer Künstler Enrico Garbelmann bunte Collagen. Im Zentrum seiner derzeitigen „Cash-Art“-Serie steht die Zwei-Euro-Münze mit dem Motiv der Hildesheimer Michaeliskirche. Zum Motiv der Weltkulturerbe-Kirche habe er sich Symbole überlegt, die unbezahlbare Werte darstellten. Der Künstler fertigte schon zur Umstellung auf den Euro alte D-Mark-Schein-Fetzen zu Kunst.

So hat er auf einer der Collagen unter der Münze die Hildesheimer Rose mit purpurnen Resten von 500-Euro-Noten abgebildet. Die Legende vom Rosenstock, einer wilden Heckenrose, geht bis in die Gründungsgeschichte des katholischen Bistums um das Jahr 815 zurück. Schriftlich bezeugt ist das Gewächs seit mehr als 400 Jahren. Die Rose gilt als Wahrzeichen des Bistums und der Stadt und ist für den 49-jährigen Künstler so ein Symbol für unbezahlbaren, geschichtlichen Wert. Auch Werte wie „Glück“ hat Garbelmann in Form eines Kleeblatts mit dem Grün der 100-Euro-Noten gefertigt.

Weitere Cash-Art-Projekte sollen folgen

Für einen glitzernden Strahlenkranz rund um die Münze fischt der Künstler schon mal eine halbe Stunde mit einer Pinzette in den Noten-Fetzen. In Zukunft möchte er bundesweite Motive in sein Repertoire aufnehmen, sagt er. Im Jahr 2021 werde so die Zwei-Euro-Münze mit dem Magdeburger Dom im Zentrum seiner Arbeiten stehen. Auch die Münze mit dem Schloss Sanssouci in Brandenburg soll Teil seiner „Unbezahlbar“-Serie werden.

Ein ausgedienter Schein wird laut Garbelmann gewöhnlich in etwa 1.800 bis 2.100 Schnipsel geschreddert. In einem quadratischen Bild, die er in den Größen von zehn, zwanzig und dreißig Zentimetern anfertigt, könnten sich so schon mal geschredderte Banknoten im Geldwert von mehr als 2.500 Euro verstecken, verrät der Künstler. „Der Kaufpreis meiner Werke hängt jeweils von der Aufwendigkeit des Symbols ab, aber sie bleiben erschwinglich.“

Die Fetzen der Banknoten bekommt Garbelmann über die Bundesbank. „Die wurden schon lange vor der Corona-Zeit geschreddert.“ Thematisch passend hat er auch den unbezahlbaren Wert der Gesundheit in Form des Äskulapstabs, dem Symbol der Medizin und Heilkunde, abgebildet.

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