Erstes Zisterzienserkloster in Mecklenburg vor 850 Jahren gegründet

Auf einer langen Reise

Das erste Zisterzienserkloster in Mecklenburg hatte nur acht Jahre Bestand. Es wurde vor 850 Jahren in Althof gegründet, drei Kilometer von Doberan entfernt. Das wird gefeiert.

Althof heute mit der Ruine der Klosterscheune. Von den Bauten aus der Klostergründungszeit blieb nichts erhalten

von Anne-Dorle Hoffgaard

Bad Doberan. Ursprünglich stand das  Doberaner Kloster gar nicht in Bad Doberan: Das erste mecklenburgische Zisterzienserkloster entstand vor 850 Jahren in Althof, das erst 1938 zu einem Ortsteil von Bad Doberan wurde. Allerdings hatte es nur acht Jahre Bestand, wurde aber wenige Jahre später drei Kilometer nordwestlich in Doberan neu eröffnet.

Bischof Berno aus Schwerin hatte den zum Christentum übergetretenen slawischen Obotritenfürsten Pribislaw zu der Klosterstiftung ermuntert. Am 1. März 1171 wurde der Konvent mit Mönchen, Laienbrüdern und Abt Conrad vom niedersächsischen Mutterkloster Amelungsborn ausgesendet auf eine rund 400 Kilometer lange Reise nach Mecklenburg. In ihrer neuen Heimat fanden sie vermutlich vor allem Sümpfe und Wälder vor.

Tod beim Reitturnier

Bereits im Jahr 1179 wurde das Kloster in Althof zerstört und alle Mönche und Laienbrüder getötet, nur Abt Conrad konnte entkommen. Auslöser dafür war, dass Pribislaw bei einem Reitturnier in Lüneburg Ende 1178 verstarb und daraufhin Unruhen und Kriege im Land entbrannten.

Nach dem klösterlichen Neuanfang in Doberan im Jahr 1186 wurde Althof als Wirtschaftshof des neuen Klosters genutzt. Mitte des 16. Jahrhunderts endete jedoch auch in Doberan das klösterliche Leben – diesmal durch die Säkularisierung. Nach der Klosterauflösung war Althof ein Wirtschaftshof der mecklenburgischen Herzöge.

Intensive Spurensuche

Während von dem einstigen Kloster in Doberan Bauten erhalten sind, darunter das berühmte Münster, ist von den Gebäuden aus der ersten Klostergründungszeit in Althof nichts mehr vorhanden. Die heutige Kapelle in Althof entstand um 1300, ebenso wie auch das ruinöse Backsteingebäude, das als Klosterscheune bezeichnet wird.

Auf intensive Spurensuche zur Geschichte von Althof hat sich der Kustos des Doberaner Münsters, Martin Heider, begeben. Etwa 4.000 Aktenseiten hat er in Archiven durchgesehen. Sein umfängliches Buch „Die Geschichte von Althof. Von der Gründung des Klosters Doberan bis in die Gegenwart“ ist Anfang September erschienen.

Fliese mit Drachenmotiv

Im Stadt- und Bädermuseum Bad Doberan wird noch bis Ende Oktober die Sonderausstellung „850 Jahre Klostergründung in Althof“ gezeigt. Als ein ganz besonderes Exponat dieser Schau gilt eine glasierte Fliese mit Drachenmotiv aus dem ehemaligen Kreuzgang am Doberaner Münster. Die Fliese wurde um 1300 gefertigt. Außerdem wurde eine Jubiläumsmedaille herausgebracht. (epd)

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