Schleswig

Altbischof Knuth feiert 80. Geburtstag mit Gottesdienst

Er gilt als ausgewiesener Luther-Kenner: Der Schleswiger Altbischof Knuth ist 80 Jahre alt geworden. Prominente Kirchenvertreter gratulieren.

Hans Christian Knuth bei der Amtseinführung von Bischof Gothart Magaard im September 2014

Schleswig. Mit einem Gottesdienst im Schleswiger Dom ist am Sonntag der 80. Geburtstag des Schleswiger Altbischofs Hans Christian Knuth begangen worden. Der passionierte Luther-Experte war von 1991 bis 2008 Bischof der Nordelbischen Kirche im Sprengel Schleswig. Außerdem amtierte er von 1999 bis 2005 im Nebenamt als Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Knuth war maßgeblich an der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre beteiligt, die 1999 zwischen dem Lutherischen Weltbund und dem Vatikan vereinbart wurde.

Für Knuth als ausgewiesenen Luther-Kenner sei es eine Herzensangelegenheit, „dass lutherische Identität das kirchliche Handeln prägt“, sagte der Schleswiger Bischof Gothart Magaard, der mit Knuth den Gottesdienst im Dom leitete. Seine Menschlichkeit und sein feinsinniger Humor sei Vielen in bester Erinnerung.

Landesbischöfin gratuliert

Sie danke Knuth dafür, dass er mit seinem unverwechselbaren theologischen Profil Generationen von Pastorinnen und Pastoren angeregt und gefördert habe, heißt es in dem Glückwunschschreiben von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Die Nordkirche verdanke ihm viel. Knuth hatte 2007 Vertreter der Landeskirchen Mecklenburg und Pommern zu ersten Sondierungsgesprächen für eine Nordkirche eingeladen, die dann 2012 gegründet wurde.

Hans Christin Knuth mit seiner Frau Sigrid Knuth-Baschek und Bischof Gothart Magaard bei der Feier des 80. Geburtstag Foto: Tim Riediger / Nordkirche

Er sei froh und dankbar über die ökumenischen Beziehungen, die Knuth entscheidend mitgeprägt habe, schreibt der katholische Erzbischof Stefan Heße aus Hamburg. Der Fall der Mauer habe in beiden Kirchen zu Entwicklungen geführt, „die zuvor niemand zu denken vermochte“. Knuth habe die Gründung des Erzbistums Hamburg 1995 in brüderlicher Verbundenheit begleitet. Einen wachen Geist, viel Lebensfreude und regen Austausch mit Gleichgesinnten und Andersdenkenden wünschte ihm auch der katholische Alt-Erzbischof Werner Thissen.

Aus einer Pastorenfamilie

Der Leitende VELKD-Bischof Bischof, Landesbischof Ralf Meister aus Hannover, gratulierte in einem Schreiben: „Ihre Freude an der Theologie ist verbunden mit einem tief empfundenen, persönlichen Glauben“, so der Theologe. Knuths theologisches Wirken sei geprägt von fundierter Auseinandersetzung, engagierter Diskussion und klarer Positionierung – „mit Leidenschaft und großer Menschenfreundlichkeit“.

Knuth stammt aus einer norddeutschen Pastorenfamilie, wurde im thüringischen Greiz geboren und studierte Theologie in Tübingen, Zürich und Kiel. Nach seiner Promotion übernahm er seine erste Pfarrstelle in Kiel-Hassee. Anschließend war er Referent der Kirchenleitung, Studienleiter im Predigerseminar, Referent für theologische Grundsatzfragen im Lutherischen Kirchenamt und Propst im Kirchenkreis Eckernförde. Zum Nachfolger wurde 2008 Gerhard Ulrich gewählt, der 2013 das Amt des Landesbischofs der fusionierten Nordkirche übernahm. Seit April 2014 ist Gothart Magaard Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein. (epd)

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